Full text: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Anfrage betreffs der Abkommandierten zur Bewachung 
Kriegsgefangener. 
Bochum, den 28. Juni 1916. 
An das Generalkommando des 7. Armeekorps, Münster. 
Hochwohllöbliches Generalkommando! 
Es ergingen in letzter Zeit von zum Heeresdienst eingezo 
genen Mitgliedern Anfragen an uns, wie für die zur Bewachung 
von Kriegsgefangenen in der Grube Abkommandierten gesorgt 
werde, wenn sie einen Unfall erleiden. Ferner, wenn der Unfall 
den Tod herbeiführe, was. die Angehörigen zu beanspruchen 
hätten. 
Da die zur Bewachung kommandierten Landwehrmänner 
oder Landsturmleute während ihrer Dienstzeit nicht der Unfall 
versicherung unterstehen, so sind wir der Ansicht, daß sowohl der 
in der Grube verunglückte Wachmann, eventuell feine Hinter 
bliebenen. dieselben Renten erhalten, als wenn der Unfall im 
Felde Passiert wäre. 
Da uns bis jetzt noch keine Entscheidungen für solche Fälle 
bekannt wurden, erlauben wir uns, das hochwohllöbliche General 
kommando um Bescheid zu ersuchen, in welcher Art die Versor 
gung gedacht ist. 
Vielleicht dürften wir zugleich bitten, uns mitzuteilen, ob 
der Wachtdienst in der Grube ein befohlener ist, oder ob dafür 
nur Soldaten genommen werden, die sich freiwillig zur Wache 
unter Tage melden. 
Um gefällige Beantwortung unserer Frage bittend, zeichnet 
mit hochachtungsvollem Glückauf! 
Der Vorstand des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands. 
* * * 
Am 10. Juli lies folgende Antwort ein: 
Münster, den 10. Juli 1916. 
Dem Vorstande des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands, 
Bochum, 
wird auf das Schreiben vom 28. vor. Mts. mitgeteilt, datz die Ange 
legenheit betreffend Versorgung von Mannschaften, die bei Bewachung 
von Kriegsgefangenen in der Grube verunglücken bezw. Beschädigungen 
erleiden und deren Hinterbliebene, dem Kgl. Kriegsministerium zur 
Entscheidung unterbreitet worden ist. 
Nach Eingang der Entscheidung, die jedoch längere Zeit in Anspruch 
nehmen wird, erfolgt weitere Mitteilung. 
Von seiten des stellvertretenden Generalkommandos 
I. A.: Springborn, Oberstleutnant.
	        
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