Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Die  Eingabe  hatte  den  gewünschten  Erfolg,  indem  uns  folgende ­
  Antwort  zuging:
Münster,  den  17.  Juli  1916.
Auf  die  telegraphische  Eingabe  vom  24.  Juni  erwidere  ich  ergebenst,
daß  nunmehr  auch  im  Landkreise  Recklinghausen  die  Bergarbeiter  unter
Tage  und  Fe'uerarbeiter  nach-  Maßgabe  des  Beschäftigungsortes  und
nicht  des  Wohnsitzes  Zusatzbrotmarken  erhalten.  Ebenso  werden  feit
Ende  vorigen  Monats  auch  im  Landkreise  Dortmund  allen  Bergarbeitern ­
  unter  Tage  und  den  Arbeitern  an  Koksöfen  die  Brotzulagen  gewährt. ­
  (Unterschrift  unleserlich.)

Beschwerde  betreffend  Zusatzbrvtmarkcn.
Bochum,  den  26.  Juni  1916.
An  den  Herrn  Landrat  des  Kreises  Hattingen  in  Hattingen.
Bezugnehmend  aus  unsere  telephonische  Unterredung  von
heute  teilen  wir  Ihnen  mit,  daß  in  der  gestern  im  Lokale  des
Herrn  Haarmann  in  Stiepel  stattgefundenen  Belegschaftsversammlung
  der  Zeche  Karl  Friedrich  Erbstolln  folgende  Beschwerden ­
  wegen  der  Zuteilung  der  erhöhten  Zusatzbrotmarken
unserem  Vertreter  vorgetragen  und  um  Abhilfe  gebeten  wurde.
Es  wurde  mitgeteilt,  daß  den  unter  16  Jahre  alten  unterirdisch ­
  beschäftigten  Schleppern  die  erhöhten  Zusatzbrotmarken
mit  dem  Bemerken  verweigert  worden  seien,  daß  sie  noch  zu  jung
wären.
Ferner  wurde  mitgeteilt,  daß  auf  der  Zeche  Karl  Friedrich
Erbstolln  den  Bergarbeitern  wöchentlich  nur  für  2y 2  Pfund  Brot
Brotzusatzmarken  ausgehändigt  worden  wären,  während  auf  anderen ­
  Zechen  Marken  über  3%  Pfund  ausgeteilt  wurden.
Schließlich  wurde  auch  noch  darüber  geklagt,  daß  die  Bergleute, ­
  die  nicht  im  Kreise  Hattingen  wohnen  und  vielfach  bis  zu
ihrer  Arbeitsstelle  sehr  weit  laufen  müssen,  gezwungen  sind,
das  Brot  oder  Mehl  aus  den  Geschäften  des  Kreises  Hattingen
zu  beziehen,  weil  die  Geschäfte  in  den  übrigen  Kreisen  sich  weigern, ­
  solche  Marken  anzunehmen.
Wir  haben  auch  schon  mit  Herrn  Regierungsassessor  Werther
und  Herrn  Stadtrat  Stumpf-Bochum  telephonisch  Rücksprache
genommen  und  ist  uns  von  beiden  Herren  versprochen  worden,
daß  hier  Abhilfe  geschaffen  werden  soll.  Wir  bitten  auch  Sie,
im  Interesse  der  Bergarbeiterfamilien  für  Abhilfe  sorgen  zu
wollen.
Es  zeichnet  hochachtungsvoll  und  ergebenst
Der  Vorstand  des  Verbandes  der  Bergarbeiter  Deutschlands.
            
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