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Frau unseres Kameraden Fiebiger bekam nichts. Im Laden
von Winkler wurde Schweinefleisch in 2 und 3 Pfund abgegeben.
Die Frau unseres Vertrauensmannes ließ man stehen; sie bekam
nichts, weil alles schon bestellt sei. Nun soll es ein halbes Pfund
geben, wie ich schon oben mitteilte. Die Arbeiterfrauen^ und
namentlich jene, die arbeiten müssen, bekommen nichts. Schon
um 8 Uhr früh ist das Fleisch angeblich alle verkauft.
Nach der Auskunft des Magistrats bekommen die Schlachter
fünf Zentner Schweinefleisch pro Woche zum Verkauf. Davon
könnten 1000 Haushaltungen befriedigt werden. So viele sind
aber in Triebe! nicht vorhanden, da doch auch Selbstverbrancher
vorhanden sind. In der Zeit von 7 bis 8 Uhr lassen sich die
Kunden aber nicht abfertigen. Dann ist der Umstand vorhanden,
daß viele Arbeiterfamilien nichts bekommen. Wo bleibt das
Fleisch? Das ist die Frage, die die Arbeiter stellen.
4. Schweineschlachtungen. Or. Rüdlin in Triebel hat vom
November bis April vier Schweine geschlachtet. Das vierte
Schwein hat er noch geschlachtet, als die Hausschlachtungen schon
verboten waren. Der Magistrat versprach dem Vertrauensmann
Haupt, das vierte Schwein wegzuholen, zu dem man versehent
lich die Genehmigung gegeben halle. Das Fleisch soll aber schon
verzehrt gewesen sein.
Rechtsanwalt Sachtleben schlachtete drei Schweine in der
Zeit von November bis März.
Viehhändler Nietschke schlachtete acht Schweine nach Mittei
lung des Fleischbeschauers im Winter 1915/16.
Berginspek^or Kindling in Kemnitz schlachtete von Weih
nachten bis Frühjahr 6 Schweine. Drei ganz kurz hinterein
ander. Er fuhr tagelang rum und kaufte Schweine auf. Das
Fleisch ist an befreundete Familien nach Berlin gegangen.
Buchhalter Wagner schlachtete 7 Schweine. Das Fleisch
ging auch an Bekannte von ihm nach auswärts. Dieser soll 16
geschlachtet haben, aber von 7 konnte nur bestimmt behauptet
werden.
Beim Hausschlachter Urbains in Kemnitz sind an einem
Sonntag zwei Schweine geschlachtet worden, die für den Spin
ner eibesitzer Benack in Forst bestimmt waren.
Soweit der Bericht über die vorgebrachten Klagen in der
Beschwerdeschrift.
Dabei laufen aber fortwährend ähnliche Klagen von Triebel
ein. So richtete der Bergarbeiter Emil Haupt in Triebel eine
Beschwerde an den Magistrat, in der er davon Mitteilung machte,
daß der Landprediger Buder von Triebel Kinder, die vom Lande
zum Unterricht kamen, ersuchte, ihre Eltern aufzufordern, daß
sie ihm für seinen Haushalt jede Woche drei Pfund Butter