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Hilfe tut not und ersuchen wir, die dazu nötigen Unordnungen
treffen zu wollen. Hochachtungsvoll! usw.
Schilderung von Mißstände».
Bochum, den 10. Juli 1916.
Herrn Oberleutnant Meineke, Münster.
Sehr geehrter Herr Oberleutnant!
Bezugnehmend auf unsere gestrige Unterredung in Düssel-
dcrf gestatte ich mir, Ihnen nachstehend die Beschwerden der
Bergarbeiter über die Verteilung der Zusatzmengen an Brot,
Mehl, Fleisch usw. zu unterbreiten.
Vorweg möchte ich bemerken, daß es mir gestern bei der
Kürze der Zeit selbstverständlich nicht möglich war, alle Be
schwerden vorzutragen. Es kam mir zunächst auch nur daraus
an, zu zeigen, wo noch Mängel bestehen, und auf die Gefahren
hinzuweisen, die dem heimischen Bergbau und auch der Landes
verteidigung entstehen, wenn nicht baldigst eine einheitliche Re
gelung getroffen wird. Nicht der Kritik halber, sondern um
den berechtigten Beschwerden der Bergarbeiter Ausdruck zu geben,
waren meine Ausführungen gemacht. Es ist den Bergarbeitern
wohl bekannt, daß die Lebensmittel knapp sind und daß es heißt,
sich einzurichten.
Die hauptsächlichen Beschwerden richten sich deshalb auch
gegen die ungleichmäßige Verteilung. Es scheint nun, als ob
die Eingaben, die unser Verbandsvorstand in dieser Angelegen
heit in der letzten Zeit an das Oberpräsidium der Provinz West
falen, sowie an das Königliche Landratsamt in Hattingen und
an das Kriegsernährungsamt gerichtet hat, und von denen ich
Abschriften beifüge, bereits etwas Abhilfe gebracht haben. We
nigstens muß ich dies aus Mitteilungen entnehmen, die mir
sowohl gestern von Konferenzteilnehmern, wie auch heute von
unseren Bezirksleitern und Vertrauensleuten gemacht wurden.
Die Beschwerden der Bergleute lassen sich in der Haupt
sache in sechs Punkte zusammenfassen, die ich nachstehend ein
zeln aufführe:
1. Beginn der Verteilung. Am 24. Juni d. erhielt unser
erster Vorsitzender, Herr Reichstagsabgeordneter Sachse, voin
Kriegsernährungsamt die Mitteilung, daß der Mehlverteilungs-
stello in Dortmund im Juni folgende Mehlmengen überwiesen
wären:
a) Zur Erhöhung der Brotrationen für die Bergarbeiter unter
Tage die monatliche Menge von 3760 Doppelzentner,
bi Für die einmalige Zulage zur Erhöhung der Brotrationen
der schwerarbeitenden Bevölkerung 19 836 Doppelzentner.