Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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r)  Aus  Anlaß  der  Kartoffelknappheit  zur  Gewährung  einertäglichen
  Zulage  bis  zu  100  Gramm  pro  Kopf  der  minderbemittelten ­
  Bevölkerung  20  000  Doppelzentner,
ä)  Zur  Gewährung  einer  weiteren  Zulage  von  200  Gramm
pro  Kopf  und  Tag  für  die  Bergarbeiter  unter  Tage  und
die  Feuerarbeiter  in  der  Hüttenindustrie  12  000  Doppelztr.
Aus  dieser  Mitteilung  mutzten  wir  schließen,  daß  die  Verteilung ­
  schon  begonnen  habe.  Wir  haben  denn  auch  angenommen,
daß  die  Angelegenheit  einheitlich  für  das  ganze  Industriegebiet
geregelt  sei.  Leider  traf  unsere  Annahme  nicht  zu,  denn  während
in  den  Regierungsbezirken  Arnsberg  und  Münster  die  Zusatzmengen ­
  schon  seit  dem  22.  Juni  ausgegeben  werden,  ist  die  Ausgabe ­
  ini  Regierungsbezirk  Düsseldorf  noch  nicht  einheitlich  erfolgt. ­
  Wohl  ist  auf  den  dem  Essener  Bergwerksverein  König
Wilhelm  angehörenden  Zechen  Christian  Lewin,  Neu-Cöln  und
Wolfsbank,  sowie  auf  der  Zeche  Salzer  Neuack  die  Ausgabe  der
Zusatzbrotkarten  am  letzten  Samstag  erfolgt.  Von  den  übrigen
Zechen  ist  bisher  aber  noch  nichts  geschehen.  Vom  Königlichen
Landratsamt  in  Essen  wurde  unserer  Bezirksleitung  in  Essen
jedoch  heute  auf  Anfrage  mitgeteilt,  daß  die  Ausgabe  heute  oder
morgen  erfolgen  würde.
Es  ist  leicht  begreiflich  daß  durch  einen  solchen  ungleichmäßigen ­
  Beginn  Unzufriedenheit  hervorgerufen  wird.  .
2.  Verteilung  der  Zusatzmengen  bezw.  Karten  durch  die
Werks-  oder  Gemeindeverwaltungen.  In  der  Konferenz,  die  die
Vertreter  der  vier  gewerkschaftlichen  Bergarbeiterverbände  am
31.  Mai  d.  I.  mit  dem  Stellvertreter  des  Herrn  Reichskanzlers,
Herrn  Staatssekretär  I)r.  Helfferich,  und  dem  Vorstand  des
Kriegsernährungsanites  hatten,  ist  unsererseits  der  Wunsch  geäußert ­
  worden,  daß  die  Verteilung  der  Zusatzmengen  bezw.'
Karten  durch  die  Gemeindeverwaltungen  erfolgen  möge.  Gegen
diesen  Vorschlag  bestanden  im  Kriegsernährungsamt  von  vornherein ­
  Bedenken.  Anscheinend  ist  denn  auch  keine  einheitliche
Anweisung  erfolgt  und  ist  den  einzelnen  Kreisen  die  Art  der
Verteilung  überlassen  worden.  Die  Folge  ist,  daß  der  Stadtund
  Landkreis  Recklinghausen  die  Verteilung  durch  die  Gemeinden ­
  vornehmen  läßt,  während  im  Regierungsbezirk  Arnsberg ­
  die  Werksverwaltungen  dieses  besorgen.  Auch  im  Essener
und  Oberhausener  Bezirk  soll  die  Verteilung  auf  den  Arbeitsstätten ­
  erfolgen.  Durch  diese  verschiedene  Verteilungsweise  ist
nun  die  Tatsache  zu  verzeichnen,  daß  Bergleute,  die  z.  B.  in
Herne  wohnen  und  in  Recklinghausen  arbeiten,  überhaupt  keine
Zusahkarten  erhalten  können.
Am  24.  Juni  habe  ich  die  Beschwerden  sowohl  der  Stadtverwaltung ­
  in  Herne,  wie  auch  dem  Herrn  Landrat  Bürgers  in
            
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