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Eingabe betreffend Veröffentlichung der amtlichen Lahn-
nachweise im Bergbau Preußens.
Oberhausen, Bochum, Essen, den 16. August 1916.
An Se. Exzellenz, den Herrn Minister für Handel und Gewerbe,
Dr. Sydow, Berlin W.
Die ergebenst Unterzeichneten ersuchen Ew. Exzellenz, zu.
verfügen, daß die amtlichen Nachweise über die Bergarbeiter
löhne in Preußen wieder veröffentlicht werden.
G r ü n d e : Tie Lohnstatistik ist von hoher Bedeutung,
aber nur dann, wenn sie schnell veröffentlicht wird. Leider fehlt
über die Bergarbeiterlöhne in Preußen seit dem 2. Vierteljahr
1915 jeder amtliche statistische Nachweis. Besonders in jetziger
Zeit wäre es aber hochnötig, daß diese Nachweise schnell er
scheinen, da bei entstehenden Differenzen, wo Behauptungen
über Lohnhöhen gegen Behauptungen stehen, der amtliche Nach-
weis allein Entscheidung bringen kann. Durch die Nichtver
öffentlichung dieser Statistik glaubt aber jede der streitenden
Parteien im Rechte zu sein und ein steter Unfriede ist die Folge.
Die Lohnstatistik bietet auch sonst sehr wertvolle Vergleiche
und nehmen wir an, daß keinerlei Grund vorhanden ist, der
zur Unterlassung der Veröffentlichung zwingt.
Wir geben uns deshalb der angenehmen Hoffnung hin, daß
der amtliche Lohnnachweis über die Bergarbeiterlöhne in Preu
ßen baldigst erscheint und danken Ew. Exzellenz im voraus für
die Erfüllung unserer Bitte.
Mit hochnchtungsvollem Glückauf!
(Folgen Unterschriften.)
* * *
Der Minister für Handel und Gewerbe gab unterm 25. Au
gust folgenden Bescheid:
Die Lohnzahlen des 2. Vierteljahres 1916 gehen mit Ende dieses
Monats hier ein. Sobald die Zahlen vorliegen, werde ich sie zusammen
stellen und die Löhne der 4 ' Vierteljahre, 3. Vierteljahr 1918 bis
2. Vierteljahr 1916 veröffentlichen lassen.
Eingabe um 1. Einbeziehung der in der Förderung beschäftigten
Tagesarbciter der Tiefbangewerke in den Begriff Schwerst-
arbciter und 2. um Erhöhung der Kartoffelrationen.
Essen. Bochum, Oberhausen, den 20. Septbr. 1916.
An das Kriegsernährungsamt in Berlin.
Das Kriegsernährungsamt hat erfreulicherweise alle unter
irdisch beschäftigten Bergarbeiter unter den Begriff Schwerst-