Full text: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Der Bezirksleitung unseres Verbandes ist vom Vorstand des 
Bergbaulichen Vereins für Zwickau und Lugau-Oelsnitz, gez. 
Klötzer, unterm 17. Juli mitgeteilt worden, daß die Mitglieder 
genannten Vereins beschlossen haben, vom 1. August ab eine nicht 
unerhebliche Aufbesserung der Bezüge der Bergarbeiter eintreten 
zu lassen, deren Höhe aber davon abhängt, inwieweit gleichzeitig 
eine Erhöhung der Kohlenpreise eintreten kann. Die Erhöhung 
der Kohlenpreise ist bekanntlich von der Genehmigung der Re 
gierung abhängig. 
In Gemeinschaft mit dem deutschen Metallarbeiterverband, 
dem Verband der Maschinisten und Heizer und dem christlichen 
Gewerkverein hat unser Verband an die Leitung der Bergwerke 
Penzberg, Hausham und Marienstein folgende Forderungen ge 
stellt: 
1. für Hauer 6,80 Mark, 2. für Zimmerhauer im Gedinge 6 Mark, 
3. für Schlepper im Gedinge 8,80 Mark. Schichtlohn ohne Teuerungs 
zulage; 4. für sämtliche Arbeiter, Arbeiterinnen und Handwerker einen 
Lohnzuschlag von 80 Pfg. pro Schicht; 8. für Handwerker eine Er 
höhung der Akkordsätze um 23 Prozent; 6. für IlLberschichten ein Zu 
schlag von 30, für Sonntagsschichten von 80 Prozent; bereits bestehende 
höhere Zuschläge sollen davon unberührt bleiben. 
An die Leitung des Bergwerks Peißenberg wurden folgende 
Forderungen gestellt: 
1. für Hauer 6,50 Mark; 2. für Zimmerhauer im Gedinge 6 Mark; 
3. für Lehrhauer 1. Klasse 6,20 Mark; 4. für Lehrhauer 2. Klasse 
6 Mark; 3. für Schlepper 7 Zehntel 5,80 Mark; 6. für Schlepper 6 
Zehntel 4,50 Mark; 7. für Schachtförderleure 5,50 Mark, schichÄohn 
ohne Teuerungszulage; 8. für sämtliche Arbeiter, Arbeiterinnen und 
Handwerker einen Lohnzuschlag von 80 Pfg. pro Schicht; 9. für Hand 
werker eine Erhöhung der Akkordsätze um 26 Prozent; 10. für Neber- 
schichten ein Zuschlag von 30, für Sonntagsschichten von 50 Prozent; 
bereits bestehende höhere Zuschläge sollen davon unberührt bleiben. 
Da die Werksleitungen kein befriedigendes Entgegenkom 
men zeigten, wurden die Schlichtungsausschüsse in München und 
Weilheim angerufen. Hierbei zeigte sich, daß einheitliche Ver 
handlungen notwendig waren und darum wurde am 30. April 
1917 das bayerische Kriegsministerinm ersucht, durch einen Be 
auftragten des Kriegsamtes solche einzuleiten. Daraufhin fand
	        
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