Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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am  25.  Mai  im  Auftrag  des  Staatsministeriums  eine  Sitzung
statt,  an  der  Vertreter  des  Kriegs-  und  Staatsministeriums,  der
Werke  und  Arbeiter  teilnahmen.  Die  Sitzung  dauerte  von  10  Uhr
vormittags  bis  3  Uhr  nachmittags.  Schließlich  erklärten  sich  die
Werksvertreter  (Direktor  Janota  und  Kommerzienrat  Kopp)  bereit, ­
  ab  1.  Juni  die  Kriegsteuerungszulage  zu  erhöhen  und  zwar
für  Ledige  von  0,75  Mk.  auf  0,90  Mk.

Verheiratete,  kinderlos  .

„  1,25  „

„  1,50  „

„  mit  !  Kind

„  1,50  „

„  1,80  „

„  „  2  bis  8  Kinder

„  1,75  „

„  2,10  „

„  „4  bis  5  „

„  2,00  „

„  2,40  „

„  „  6  und  mehr  Kinder

„  2,25  „

„  2,70  „

Die  durchschnittliche  Erhöhung  der  Kriegsteuerungszulagen
beträgt  32  Pfg.  pro  Tag.  Außerdem  wird  ein  Lohnzuschlag  gewährt: ­

1.  über  Tage:  a)  30  Pfg.  für  sämtliche  Handwerker,  Maschinisten,
Personal  bei  der  Wäsche-  und  Kohlenförderung,  bei  der
Drahtseilbahn  und  in  den  Kesselhäusern.  Soweit  Frauen
oder  Buben  eingestellt  sind,  erhalten  sie  20  Pfg-  b)  20  Pfg.
für  sämtliche  übrigen  Tagearbeiter  wie  Fuhrleute,  am  Holzplatz ­
  beschäftigte  usw.,  sämtliche  weiblichen  und  jugendlichen
Arbeiter.
2.  unter  Tage:  30  Pfg.  für  sämtliche  Arbeiter  etwa  von  27  Jahren ­
  an.  die  jüngeren  erhalten  20  Pfg.'
Bergmeister  Kaufmann  erklärte:  Ab  1.  Februar  wurden  für
Erwachsene  30  Pfg.  Zuschlag  pro.  Schicht  gewährt,  für  Jugendliche ­
  und  Weibliche  20  Pfg.  Zu  dieser  Zulage  soll  ab  1.  Juni
für  alle  Arbeiter  über  16  Jahre  36  Pfg.,  für  jugendliche  und
weibliche  20  Pfg.  gewährt  werden.
Mit  Punkt  6  der  Forderungen,  Erhöhung  der  Akkordsätze
für  Handwerker  um  26  Prozent,  und  Punkt  7,  bereits  bestehende
.Zuschläge  weiter  zu  zahlen,  erklärten  sich  die  Parteien  einverstanden. ­
  Zu  Punkt  6,  Gewährung  von  Zuschlägen  für  Ueberund
  Sonntagsschichten,  sollte  die  Antwort  später  gegeben  werden.
Ueber  die  Forderungen  zu  1,  2  und  3  wurde  eine  Einigung  nicht
erzielt.
Besonders  bemerkenswert  ist,  daß-  Direktor  Janota  während
der  Verhandlungen  sagte:
„Wir  sind  damit  einverstanden,  daß  sämtliche  Streitfälle
einem  einzigen  Schlichtungsausschuß,  welcher  natürlich  mit  den
entsprechenden  Beisitzern  beseht  sein  müßte,  übertragen  werden
da  grundsätzliche  Fragen  zu  erörtern  sind,  wären  auch  Vertreter
aus  dem  Rnhrgebiet  beizuziehen.  .  .  Die  Oberbayerische  A.  G.
lehnt  den  Schichtlohn  wie  Mindestlohn  ab,  weil  hiernach  nur
            
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