Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Offizier  zuerst,  wenn  er  zu  seiner  Truppe  kommt.  Bergarbeiter,
namentlich  Schlepper,  das  sind  auch  schon  ältere  Leute,  welche
diese  neue,  ganz  unberechtigte  Verfügung  nicht  befolgten,  sind
bestraft  worden,  manche  sogar  wurden  nach  uns  gewordenen
Mitteilungen  deshalb  gekündigt,  weil  sie,  entgegen  dem  bisherigen ­
  Brauch,  den  bei  der  Arbeit  ankommenden  Beamten  nicht
zuerst  grüßten.  Wollen  sich  nun  die  Arbeiter  solche  schikanöse
Strafen  nicht  gefallen  lassen  und  deshalb  kündigen,  so  bekommen ­
  sie  keinen  Ueberweisungsschein  und  folglich  keine  Arbeit
auf  anderen  Gruben.  Wenn  die  fragliche  Grubenverwaltung
jetzt  auf  einmal  behauptet,  sie  habe  nur  verlangt,  daß  die
Schlepper  die  Beamten,  welche  sie  unterwegs  treffen,  zuerst
grüßen  sollen,  so  ist  das  hinfällig,  nicht  nur,  weil  die  Arbeiter
das  Gegenteil  behaupten,  so  wie  oben  geschildert,  sondern  es
wäre  eine  solche  Anordnung  auch  deshalb  lächerlich  und  überflüssig ­
  gewesen,  weil  die  Arbeiter  alle  ihnen  unterwegs  begegnenden ­
  Beamten  zuerst  grüßen.  Dazu  braucht  man  also  keine
Verordnungen  und  keine  Bestrafungen.
10.  Auch  aus  den  Bergrevieren  der  N  i  e  d  e  r-  und  Obe  rl
  a  u  s  i  tz  werden  uns  viele  Maßregelungen  und  Aussperrungen
von  Bergleuten  gemeldet.  Der  Mangel  an  Arbeitern  ist  aber
so  groß,  daß  man  es  durchgesetzt  hat,  vom  Preuß.  Ministerium
des  Innern  die  Genehmigung  zu  erhalten,  gefangen  gehaltene
russische  Arbeiter  im  preußischen  Bergbaugebiet  zu  beschäftigen.
Leider  ist  die  Genehmigung  hierzu  gegeben  worden.  Deutsche
Arbeiter  aber  werden  wegen  den  geringfügigsten  Dingen  brotlos
gemacht  und  ausgesperrt.  Diesbezügliche  Beschwerden  bei  den
Behörden  haben  bisher,  nichts  gefruchtet.
Wir  rufen  auch  deshalb  das  Hohe  Reichsamt  des  Innern
um  Hilfe  an  und  geben  ihm  nachstehend  eine  Liste  von  Ausgesperrten ­
  der  beiden  Lausitzer  Gebiete  bekannt.
a)  Gewerkschaft  des  Eiseusteinbergwecks  P  a  u  l  in  Triebet
lNiederlausih):  Gottlieb  Roik  in  Zelz  bei  Triebe!  hat  zuvor  drei
Jahre  auf  demselben  Werk  gearbeitet,  zwölf  Jahre  auf  der  benachbarten ­
  Grube  Erdmann,  wurde  bei  Kriegsausbruch  gemaßregelt,
  weil  er  für  einen  eingezogenen  Kameraden  und  für  sich
dem  Werk  einen  Zahlungsbefehl  wegen  rückständigen  Lohnes  gesandt ­
  hat.  Trotz  Neueinstellungen  und  Nachfrage  wird  er  nicht
eingestellt.  Paul  Erfuth  in  Triebet  hat  zuvor  ein  Jahr  auf
dem  Werk  und  sieben  Jahre  auf  der  benachbarten  Grube  Hoffnung ­
  gearbeitet  und  wurde  aus  demselben  Grunde  gemaßregelt.
Mar  Schulze  in  Groß-Särchen  bei  Triebei  hat  zuvor  vier
Jahre  auf  dem  Werk  gearbeitet  und  wurde  aus  demselben
Grunde  während  des  Krieges  entlassen.  —  Wilhelm  Haubitz  in
Zelz  bei  Triebe!  hat  zuvor  drei  Jahre  auf  dem  Werk  gearbeitet
            
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