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auf öcr Abwehr unserer militärischen Volksgenossen an den Fron
ten, auch in der Heimat, in der Industrie, in Schacht und Hütte
werden unendliche Opfer gebracht, diese Verteidigung des Landes
draußen zu ermöglichen. Was sollen da die Summen bedeuten,
die aufzubringen wären, um die Kräfte der Arbeitenden zu er
halten. Was da für Summen aufgewendet werden müßten, um
vor allen Dingen die niedrigen Lohne Dm Saarbergban ver
schwinden zu lassen, das ist nicht von der Bedeutung, den Wider
stand gegen die Beseitigung dieser niedrigen Löhne, wie er in
den bisherigen Verhandlungen zwischen Bergverwaltung , und
Urbeitervertreter zutage trat, zu rechtfertigen. ^Wir ersuchen
daher Eure Exzellenz, dafür zu sorgen, das; die Saarbergleute
nicht vergebens darauf hoffen, was ihnen längst und zu Recht
gebührt.
Eure Exzellenz machen wir zum Schluß noch auf
die rücksichtslose Behandlung der Saarbergleute
aufmerksam. Wie es damit auf den Saargruben bestellt ist, das
erinnert an die Luft, die aus dem bekannten Arbeitexreglement
von 1/97 herausstrahlt. Lo wie heute muß es im Saarrevier
schon vor inehr als hundert Jahren ausgesehen haben. Weniger
die hohen, als die Unterbeamten, Steiger und Obersteiger, sind
es, die sich gegen Arbeiter in der rücksichtslosesten Weise benehmen.
Strafen und Grobheiten setzt es wegen den geringsten Kleinig
keiten ab. Und auch an Mißhandlungen mangelt es nicht, die,
wie wir schon erlebt haben, von höherer Stelle aus (Grnbenin-
spektion 9, Friedrichsthal) dann noch gerechtfertigt werden.
Drohungen mit dem Schützengraben '
kann man täglich hören, und wie auf berechtigte Beschwerden tat
sächlich mit Einziehungen geantwortet wird, davon erzählen die
schon weiter oben angedeuteten Beispiele von den Gruben Reden,
Heinitz usw. Es werden auch Arbeiter auf gewisse Zeiten abge
legt, und auch das wegen Kleinigkeiten. Es ist der übergroße
Teil der Unterbeamten, der sich so benimmt, und wie oft man
sich auch gegen sie beschwert hat, diese Angehörigkeiten gehen
weiter. Früher mochte das gehen, weil die Saarbergleute es
nicht besser wußten; heute sind sie in ihrer Mehrheit gewerk
schaftlich organisiert, heute wissen sie, wie Arbeiter anderwärts
behandelt werden, und welche Behandlung Arbeiter in Anspruch
nehmen können. Und daher halten sie es für gut, auch aut
diesem Wege einmal die höchsten Stellen in der preußischen Berg
verwaltung davon in Kenntnis zu setzen, daß es so, wie es die
vom übergespannten Autoritätsdusel beseelten Unterbeamten bis
heute getrieben haben, nicht mehr weiter gehen darf.
Wir sehen davon ab, hier auf etwa noch vorhandene Wün
sche einzugehen. Darüber wird der obersten Bcrgverwaltungs-
stelle noch von anderer Seite aus Bericht erstattet werden. Uns