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diese Arbeiter im Juli bereits Lohnzulagen bewilligt wurden,
können sie in Anrechnung gebracht werden.
5. Für jedes Kind unter 14 Jahren ist eine monatliche Zulage
von 6 Mark zu zahlen.
Zur Begründung erlauben wir uns folgendes anzuführen:
Die außerordentliche Belastung der Arbeiterhaushaltungen infolge
enormer Preissteigerung der Lebensmittel und aller Bedarfsartikel,
wie Kleidung, Schuhe, Wäsche und dergleichen, erfordert
dringend eine Erhöhung der bisher gezahlten Löhne. Tie
Erregung der Bergarbeiter ist leicht erklärlich, wenn man berücksichtigt,
daß ihre Löhne nicht halbwegs Schritt gehalten haben
mit der Verteuerung der Lebenshaltung. Infolge der verkürzten
Brotration und der gänzlichen Stockung der Kartoffelzufuhr
ivaren die Bergarbeiter besonders gezwungen sie sind es aber
auch bei vollen Lebensmittelrationen, wenn sie arbeitsfähig bleiben
wollen —, nichtrationierte Lebensmittel zu den bekannten
Wucherpreisen kaufen zu müssen. Hierzu reichen aber die Löhne,
welche hinter denen anderer. Bergbaureviere bedeutend zurückstehen.
nicht aus. Die Folge ist Unterernährung. Zusammenbruch
und Erschöpfung der Arbeitskraft, lvodurch sich die Erregung bis
zum äußersten steigerte.
Weitere Preissteigerungen stehen bevor. Durch die Bundesratsverordnung
vom ist. Juli d. Js. wird das wichtigste Lebensmittel,
das Brot, verteuert. Grenzenlos ist die Preissteigerung
für Bekleidungs- und Haushaltswäsche, weshalb Anschaffungen
bisher zurückgestellt lvurden. Die Arbeiter und ihre Familien
tragen ihr Letztes. Mit der fortschreitenden Jahreszeit sind deshalb
Neuanschaffungen unumgänglich. Zur Bestreitung dieser
dringenden Bedürfnisse sind Einkommensteigerungen erforderlich.
Nach der amtlichen Statistik betrugen die Durchschnittslöhne
im ersten Vierteljahr 1918 für:
Nieberrh. Steineigentliche
Bergarbeiter
sonstige
Bergarbeiter
erwachsene
Tagearbeiter
jugendliche
Arbeiter
kohlenbergbau
12,31 Mark
8,34 Mark
7,76 Mark
3,42 Mark
Ruhrrevier
12,16 „
8,10 „
.7,68 „
3,39 „
Aachener Revier
1.1,13 „
7,60 „
6,66 „
3,09 „
Saargebiet
10,64 „
8,17 „
7,93 „
3,41
Oberschlesien
0,64 „
6,86 „
6,23 „
2,80 „
Dieses Mindereinkominen der oberschlesischen Bergarbeiter,
gegenüber ihren Kameraden in den^ anderen Hauptbergbaubezirken
Preußens, wie es durch die Statistik offenbart wird, ist,
gemessen an der Arbeiterleistung, den Gewinnergebnissen der
Werke und der gleichen Teuerung, nicht gerechtfertigt.
Wir erlauben uns noch auf die kürzlich veröffentlichte Berechnung
des statistischen Amtes der Stadt Frankfurt a. M.