- 349
hinzuweisen, worin festgestellt wird, daß eine sechsköpfige Familie
zur Beschaffung der täglichen Lebensmittel 11,24 Mark
benötige. Damit sind auch die vorstehend aufgestellten, bescheidenen
Forderungen vollauf gerechtfertigt.
Indem >vir den Vorstand des Berg- und Hüttenmännischen
Vereins bitten, seinen Mitgliedern die Erfüllung der Forderungen
wärmstens empfehlen zu wollen, zeichnen
mit hochachtungsvollem Glückauf!
(Folgen Unterschriften der vier Bergarbeiterverbände.)
Lohneingabc an den Saarfiskus.
Eine gemeinsame Lohneingabe an die fiskalische Bergverwaltung,
um wenigstens einen Ausgleich zwischen Löhnen und
Teuerung herbeizuführen, lautet:
Saarbrücken, den 10. August 1918.
An die Königliche Berawerksdirektion, Saarbrücken.
Die Vertreter der unterzeichneten Verbände danken freundlickst
für die telephonische Einladung zur Besprechung der Lohnerhöhung.
Sie nehmen Bezug auf die durch die Lagespresse gegangene Mitteilung
über die in Aussicht gestellte Lohnerhöhung und unterbreiten hiermit
die Wünsche der Belegschaften des Saarrevrers:
Die Belegschaften wünschen:
1. Die Erhöhung des Durchschnittslohnes der Klasse I aus 13,50
Mark, des weiteren wünschen sie die Vermeidung von Löhnen
unter 12,50 Mark bet normaler Leistung an Hauer;
2. Die Erhöhung des Durchschnittslohnes für die Klassen II und
III auf 11,50 Mark; Löhue unter 10,50 Mark sind für die
erwachsenen Arbeiter dieser Klassen zu vermeiden.
3. Die Erhöhung der Löhne für Arbeiter und Arbeiterinnen der
Klaffen IV und I' um je 1 Mark pro Schicht.
4. Einen Lohnzuschlag für Sonntagsschichten von 50 Prozent, und
für Neben- und Ueberschichten in der Woche von 30 Prozent.
Die Wünsche von 1. bis 4. sind unter Ausschluß der Berechnung
des Kindergeldes zu verstehen.
Die unterzeichneten Vertreter der Verbände sprechen die Hoffnung
aus, daß die Königliche Bergwerksdirektion alles tut, um die berechtigten
Wünsche der Belegschaften zu erfüllen.
Mit hochachtungsvollem Glückauf!
Für den Verband der Bergarbeiter Deutschlands:
I. A.: Franz Pokornh.
Für den Gewerkverein christlicher Bergarbeiter Deutschlands:
I. A.: Fritz Kuhnen.