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Lohnkürzungen recht viele Ueberschichten, während die Feier
schichten im Oktober ziemlich verschwunden sind.
Hingegen die Umfrage von Mitte Januar ergab nicht nur
das völlige Verschwinden von Feierschichten, sondern sehr starke
Klagen über zu viele Ueberschichten neben Lohnrückgängen und
namentlich über teilweise ausgeübten direkten und indirekten
Zwang zum Verfahren von Ueberschichten.
Selbst am zweiten Weihnachtsfeiertag, Silvesterabend und
Neujahrstag wurde auf verschiedenen Zechen die Einfahrt von
den Bergleuten verlangt, obwohl schon vor den Feiertagen ge
rade mit Hinweis auf die vielen bevorstehenden Feiertage eine
große Anzahl Sonntags- und Ueberschichten einfach dekretiert
worden waren, weder Arbeiterausschuß noch Belegschaft wurde
vorher befragt. Drohungen seitens der Beamten sind an der
Tagesordnung. Wer nicht die gewünschten vielen Ueberschichten
mitmachen will, dem droht man teils mit schlechtem Lohn, ja
sogar mit dem Schützengraben, mit Zurückziehung der Rekla
mation bei der Militärbehörde usw. Auch mit der Heranziehung
von Gefangenen ist mehrfach gedroht worden. Es wurde uns
berichtet, daß man sich auf der Zeche Lohberg in Dinslaken
mit der Frage der Beschäftigung von Kriegsgefangenen in der
Grube befaßte. Am 13. d. M. hat nochmals eine Ausschuß-
sitzung stattgefunden, in der der Direktor der Zeche die Mit
teilung machte, daß nicht nur die Zeche Lohberg, sondern auch
andere Zechen, N e u m ü h l und Deuts ch er Kaiser, sich
mit dieser Frage beschäftigen. Unsere Ausschußmitglieder haben
sich mit der Begründung gegen die Sache gewandt, daß. so
lange die Sperre im Bezirk nicht aufgehoben würde, von diesem
Plane abgesehen werden müsse. Trotzdem sind nun schon 100
Franzosen (Kriegsgefangene) auf Zeche L o h b e r g beschäftigt.
Ebenso sind auf Zeche Rhein l 100 Gefangene eingestellt.
Im Ruhrtal und den fiskalischen Zechen werden auch schon
Baracken für Kriegsgefangene gebaut und im Dortmunder
Revier sind auf Zeche G l ü ck a u f s e g e n und den Stinnes-
schen Zechen bei Bochum bereits Kriegsgefangene eingestellt. Auf
der Grube St adtGörlitzbei Kohlfurt arbeiten solche bereits
im unterirdischen Betrieb unter militärischer Bewachung. Die
Warnung in den Verbandsorganen, die Stimmen der Arbeiter
werden nicht beachtet. Daß Gefahren damit heraufbeschworen
werden, wenn man feindliche Gefangene unterirdisch beschäftigt,
haben nickit nur wir, sondern auch Bergwerksdirektoren ge
äußert. Wir bitten dringend, auf diese Stimmen zu hören, die
Gefahr ist zu groß. Zieht nian die starke Verteuerung der
Lebensmittel noch in Betracht, bedenkt man ferner die starken
Krankenziffern als Folge der schweren Arbeit im Bergbau -