Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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fährlichkcit  des  Bergwerksbetriebes,  die  von  den  Kriegsgefangenen, ­
  die  doch  unsere  Landesgegner  sind,  zum  Schaden  der  gesainien
  Belegschaft  und  auch  des  betreffenden  Bergwerks  ausgenützt ­
  werden  könnte.
Eine  Verständigung  über  die  bisher  erwähnten  Fragen
liegt  nicht  nur  int  Interesse  der  Bergarbeiter,  sondern  auch  der
Werksbesitzer.  Sie  würde  leicht  erzielt  werden,  wenn  eine  Einrichtung ­
  vorhanden  wäre,  in  der  gemeinsam  diese  Fragen  besprochen ­
  werden  könnten.  Ant  besten  würde  sich  hierzu  ein
Einigungsamt  eignen,  das  man  schließlich  auch  Verständigungsoder ­
  Schlichtungskommission  nennen  könnte.
Ganz  besonders  aber  würde  diese  Einrichtung  geeignet  sein,
sich  mit  den  Beschwerden  über  u  n  z  u  r  e  i  ch  e  n  d  e  L  ö  h  n  e,
die  in  letzter  Zeit  immer  häufiger  werden,  zu  beschäftigen.  Gerade ­
  die  Lohnkürzungen  sind  zum  größten  Teil  schuld  an  der
Unzufriedenheit,  die  unter  den  Bergarbeitern  vorhanden  ist.
Zu  diesem  Punkte  lv  e  r  d  e  n  wir  noch  besonders
spezialisiertes  Material  ü  b  e  r  r  e  i  ch  e  n*),  wollen
aber  heute  schon  bemerken,  daß  uns  von  verschiedenen  Zechen
Hauerdurchschnittslöhne  von  6,20  und  6,30  Mk.  und  auch  noch
darunter  gemeldet  wurden.  Solche  Löhne  müssen  im  Hinblick
auf  die  Geschäftslage  int  Bergbau  und  im  Hinblick  auf  die
immer  mehr  steigenden  Preise  der  Lebensmittel  als  unzureichend
bezeichnet  werden.  Ter  Wunsch  der  Bergarbeiter  geht  nun
dahin,  daß  sowohl  für  die  Hauer  und  Lehrhäuer,  als  auch  für
die  Schichtlöhner  und  die  jugendlichen  Arbeiter,  die  heute  auch
unterirdisch  beschäftigt  werden,  ein  angemessener  Lohn  bezahlt
werde.
Leider  ist  es  bisher  den  Bergleuten  bezw.  den  gesetzlichen
Vertretern  unmöglich  gewesen,  bezüglich  der  Lohnfragen  mit  den
Zechenverwaltungen  zu  verhandeln.  Dieselben  stehen  fast  allgemein ­
  auf  dem  Standpunkte,  daß  die  Arbeiterausschüsse  in  der
Lohnfrage  nicht  zuständig  seien
Aus  all  diesen  Gründen  halten  mir  die  Errichtung  eines
Einigungsamtes,  oder  auch  mehrerer  derselben,  für  den  Bergbau
für  dringend  notwendig.  Manches  Mißverständnis  zwischen
Wcrksbesttzern  und  Arbeitern  könnte  dadurch  beseitigt,  manche
Unzufriedenheit  und  Erbitterung  hintangehalten  werden.  Wir
brauchen  nttr  daran  zu  erinnern,  wie  segensreich  derartige  Einrichtungcn
  bisher  in  anderen  Berufen  gewirkt  haben.  Auch  im
Bergbau  können  und  müssen  sich  schon  im  vaterländischen  Interesse ­
  Arbeitgeber  und  Arbeiter  näher  kommen,  sich  die  Hände
*)  Der  Vorstand  unseres  Verbandes  lieferte  das  oben  in  Aussicht
gestellte  Material  in  nachfolgender  Eingabe.
            
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