Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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bleiben  sollten.  Er  kam  zu  dem  Resultat,  daß  die  Werksverwaltung
den  Arbeitern  noch  viel  mehr  Entgegenkommen  zeigen  kann.  Der  Herr
Inspektor  erklärte,  bie  Beschwerde  wohlwollend  prüfen  und  die  Mängel
beseitigen  zu  wollen.  Er  richtete  an  die  Belegschaft  die  Bitte,  ihm
evtl.  Mängel  und  Beschwerden  über  die  unteren  Beamten  persönlich  mitzuteilen ­
  und  versprach,  den  unteren  Beamten  die  Namen  der  Beschwerdeführer ­
  nicht  nennen  zu  wollen,  damit  diese  von  den  Beamten
nicht  schikaniert  werden  könnten.  Die  Versammlung  war  durch  die
gegenseitige  Aussprache  und  die  Zusage  des  Jspektors  sichtlich  sehr  befriedigt. ­

Der  Verlauf  dieser  Versammlung  zeigt  uns,  daß,  wenn  die  Werksverwaltungen ­
  mit  den  Arbeiterausschüssen  und  den  Verbandsvertretern
verhandeln,  manche  Mißstimmung  beseitigt  wird.  Es  ist  sehr  <  wünschenswert, ­
  daß  die  Werksverwaltungen  ständig  in  solchen  Versammlungen ­
  'anwesend  sind.
Die  Antwort,  datiert  vom  20.  Juni,  lautete:
„Das  Generalkommando  sieht  die  Angelegenheit  durch  das  inzwischen ­
  dort  eingegangene  Schreiben  vom  17.  d.  Mts.  als  erledigt  an."

Eingabe  betreffend  Erörterung  der  Lohnfrage  in  Bergarbeiterversammlungen.

Bochum,  den  14.  Juli  1915.
An  das  stellvertretende  Generalkommando  zu  Münster.
Wir  nehmen  Bezug  auf  die  Antwort  des  Generalkommandos
vom  17.  Juni  1915,  in  der  gesagt  ist,  daß  die  Lohnfrage  im  den
Versammlungen  besprochen  werden  könne,  wenn  solches  ohne
Hetzerei  und  Wühlerei  geschehe.
Anders  als  wie  hier  vorgeschrieben,  ist  nun  aber  in  den  Mitgliederversammlungen ­
  unseres  Verbandes  die  Lohnfrage  nicht
besprochen  ivorden.  Unsere  Redner  haben  alles  vermieden,  was
zu  einer  Erhitzung  der  Gemüter  führen  konnte.  Daß  sie  sich  so
verhielten,  beweist  schon  die  Tatsache,  daß  nirgend  ein  Eingreifen
der  überwachenden  Beamten  erfolgt  ist.  Auch  geht  der  Betrieb
der  Zechen  seinen  geregelten  Gang.
Trotzdem  es  so  ist,  hat  doch  die  Polizeibehörde  der  Gemeinde
Buer  jetzt  wiederum  jede  Besprechung  der  Lohnfrage  untersagt.
Von  Lohn  und  Einkommen  der  Bergleute  darf  in  den  Mitglieder-Versammlungen
  unseres  Verbandes,  welche  in  jener  Gemeinde ­
  stattfinden,  überhaupt  nicht  gesprochen  werden.
Am  Freitag,  den  9.  Juli,  meldete  unser  Vertrauensmann
Hoffmeister  aus  Bertlich  bei  Buer  auf  dem  dortigen  Amte  eine
            
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