Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Werksherren  gegenüber  den  Forderungen  der  Bergarbeiter  auf
Teuerungszulage  gestellt  haben,  d.  h.  sie  darüber  zu  unterrichten,
wo  Lohnzulagen  gemacht  worden  sind.  Verbietet  man  uns  aber,
in  Mitgliederversammlungen  dieses  zu  tun,  so  wird  sich  baldigst
eine  Erregung  der  Bergarbeiter  bemächtigen,  da  sie  doch  wissen
wollen,  welche  Antworten  von  den  Werksverwaltungen  auf  die
Forderungen  der  Arbeiterausschüsse  gegeben  worden  sind.  Wir
senden  Ihnen  deshalb  das  Schreiben  der  Polizeiverwaltung  zur
Kenntnisnahme  ein  und  ersuchen  um  Anweisung  an  die  in  Betracht ­
  kommenden  Stellen,  daß  in  Mitgliederversammlungen
auch'  über  Lohnfragen  gesprochen  werden  darf.
In  der  Hoffnung  auf  baldige  und  günstige  Antwort  zeichnet
mit  hochachtungsvollem  Glückauf!
Der  Vorstand  des  Verbandes  der  Bergarbeiter  Deutschlands.
Darauf  lief  folgende  Antwort  ein:
Münster,  den  24.  Juli  1916.
An  den  Verband  der  Bergarbeiter  Deutschlands,  Bochum.
Wie  mehrfach  mitgeteilt,  steht  das  Generalkommando  nicht  auf
dem  Standpunkte,  daß  eine  Versammlung  zu  versagen  sei,  weil  Lohnund
  Arbeiterfragen  in  ihr  besprochen  werden  sollen.  Dieser  Standpunkt ­
  ist'  dem  Herrn  Regierungspräsidenten  mitgeteilt  worden  und  wird
gleichzeitig  der  Polizeiverwaltung  in  Buer  noch  einmal  eröffnet
werden.
Von  seiten  des  stellvertretenden  Generalkommandos  für  den
Chef  des  Stabes:  Steffen,  Hauptmann.

Eine  bessere  Regelung  der  Brotverteilung  und  die  Ausgabe
einheitlicher  Brotkarten  erstreben  nachfolgende  Eingaben:
Bochum,  den  10.  Mai  1916.
An  Se.  Exzellenz,  den  Herrn  Regierungspräsidenten  Kruse,
Düsseldorf.
Schon  öfters  ist  uns  seitens  unserer  Mitglieder  (der  Bergarbeiter) ­
  Beschwerde  darüber  zugegangen,  daß  die  Zechen  zwar
für  eine  halbe  Schicht  (vierstündige  Ueberschicht)  eine  Zusatzanweisung ­
  für  ein  halbes  Pfund  Brot  ausgeben,  wenn  die  Bergleute ­
  aber  außer  ihren  regelmäßigen  Schichten  noch  eine  volle
Schicht  (achtstündige  Nebenschicht)  verfahren,  bekommen  sie  diese
Brotkarte  teils  gar  nicht,  teils  wird  ihnen  nur  eine  solche  von
einem  halben  Pfund  dafür  ausgehändigt.
            
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