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I. Der Begriff des Wertes.
daher in der Regel die untere Grenze des Gebrauchswertes. Diese
Regel ist nicht ohne Ausnahme, denn mancher wird, vielleicht aus
bloßer Bequemlichkeit oder Unwissenheit, Güter behalten, bei denen
der Tauschwert höher ist als sein eigener Gebrauchswert, die er
daher mit Vorteil verkaufen könnte, und umgekehrt nicht immer
kaufen, wenn der Gebrauchswert den Tauschwert überragt. In
der Regel wird aber von zwei Menschen, von denen jeder
1000 Geldeinheiten jährlich für Kleider ausgibt, die untere Grenze
des Gebrauchswertes bei demjenigen, der über ein Einkommen von
6000 verfügt, höher sein als bei demjenigen, dessen Einkommen
9000 Geldeinheiten beträgt. Über die tatsächliche Höhe des Gebrauchswertes
ist damit nichts entschieden, denn es ist möglich,
daß der Gebrauchswert bei dem Mann mit 9000 Einkommen
noch höher ist als bei jenem mit 6000, weil der erstere die Kleider
seines Berufes wegen braucht, der letztere aber nur aus Freude an
Eleganz anschafft. Der Kauf besagt bei beiden nur, daß der Gebrauchswert
seine Grenze überschritten hat, bei welcher sich der Aufwand
des bestimmten Einkomnrenteiles, eines Sechstels oder eines
Neuntels, rechtfertigt. Zur Beurteilung der wirklichen Höhe müssen
wir die Bedürfnisse und die Güter selbst in Betracht ziehen.
Die Bedürfnisse schaffen nicht den Wert, sondern nur eine
der beiden Voraussetzungen des Wertes, der sich selbst erst einstellt,
wenn eine wirtschaftliche Tätigkeit entfaltet wird. Sie beeinflussen
aber den Gebrauchswert und durch diesen auch den Tauschwert.
Sie sind verschieden nach Größe, Stärke und Dringlichkeit.
Die Größe differiert nach Boden und Klinra, nach dem Kulturzustande
des Volkes, nach den sozialen Schichten, nach Gewohnheit
und Konvention. Kaltes Klima begünstigt den Genuß alkoholischer
Getränke, wachsender Reichtum drängt das Nahrungsbedürfnis
gegenüber verschiedenen Kulturbedürfniffen zurück, der Städter wird
aus Kleidung und Wohnung viel mehr aufwenden, als der Landbewohner,
ja, auch rein subjektiven Bestrebungen ist der weiteste
Spielraum gelassen. Das einzelne Wirtschastssubjekt wird dann
ein Bedürfnis größer erklären als ein anderes, wenn es mehr
Mittel zu seiner Befriedigung erfordert. Zu diesem Zwecke wird
es aber nicht die Mengenziffern einander gegenüberstellen wie beim
Tauschwert, weil mit der Ausbildung der Geldwirtschaft die Waren
für den Einzelnen nicht mit ihrer Menge, sondern mit ihrem Preise
in einem Verhältnis zu einander stehen. Wenn berechnet würde,
daß eine Familie im Jahre 150 kg Fleisch, 500 kg Kartoffeln,