VII. Reichtum und sein Gebrauch.
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sie durch ihr Leben diesen idealen Zustand erreicht. Auf diese
Klasse finden die Worte eines leider allzu jung verstorbenen
schottischen Dichters Anwendung:
„I will go forth’ mong men, not mailed in scorn,
But in the armour of a pure intent.
Great duties are betöre me, and great songs;
And whether crowned or crownless, when I fall,
It matters not, so as God’s work is done.
I've learned to prize the quiet ligthning deed,
Not the applauding thunder at its heels —
Which men call tarne.“
„Ich schreit’ zum Volk hinaus, nicht mit Verachtung
Gepanzert, nein; im Kleide edlen Wollens!
Sind hehr doch meine Pflichten, meine Lieder:
Und fall ich dann — mit oder ohne Lorbeer —
Mir gilt es gleich, tat ich nur Gottes Werk!
Ich preis’ die lautlos hellen Geistesblitze,
Die nicht gefolgt von jenem Beifallsdonner,
Den Ruhm die Menschen nennen.“
Sie haben hier, meine jungen Freunde, die Sie noch im An
fang Ihrer Lebenslaufbahn stehen, die drei verschiedenen Arten
von Menschen vergegenwärtigt: die guten, die besseren und die
allerbesten — die drei Stadien menschlicher Entwicklung! Die
natürliche, die mehr geistige und endlich die himmlische Ent
wicklung, wie man sie wohl nennen könnte. Die eine strebt
nach Erfolg in materiellen Dingen — nicht ohne wohltätige Folgen
für die menschliche Rasse als Ganzes, da es den einzelnen aus
dem Tierischen erhebt, und die Ausübung mannigfacher wertvoller
Eigenschaften voraussetzt: Nüchternheit, Fleiß und Selbstdisziplin.
Die zweite Klasse erhebt sich noch höher: sie sucht ihren Lohn
in mehr geistigen Dingen — diese Belohnung ist nicht massig
und materiell, sondern mehr unsichtbar; sie ist nicht fleischlich,
sondern geistig, sie bringt unzählige Tugenden zutage, welche
gute und nützliche Menschen machen.
Die dritte oder himmlische Klasse steht von den zwei an
deren ganz abgetrennt da; in ihr sind alle selbstischen Rücksichten
der auserwählten Brüderschaft der Besten untergeordnet, und ihre
ersten Gedanken gelten stets dem Dienste anderer. Sie denken