Full text : Kaufmanns Herrschgewalt

Ansprache  an  junge  Kaufleute.

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besitzt,  wird  von  älteren  Kapitalisten  gesucht;  der  Mann  der
soweit  Selbstdisziplin  in  Frage  kommt,  Kapital  auf  dem  besten
aller  möglichen  Wege,  dem  des  Sparens,  zu  erwerben  versteht.
Das  zuerst  ersparte  Hundert  zeigt  den  rechten  Mann;  deshalb  beginnen ­
  Sie  sofort  damit,  etwas  beiseite  zu  legen.  Bienengleiches
Einheimsen  verrät  den  zukünftigen  Millionär.  Selbstverständlich
gibt  es  höhere  Ziele  denn  Geldsparen.  Als  Endzweck  betrachtet
ist  das  Ansammeln  von  Reichtümern  ganz  und  gar  unedel.  Ich
setze  aber  voraus,  daß  Sie  sparen  und  nach  Reichtümern  trachten,
um  sich  besser  in  den  Stand  zu  setzen,  während  Ihres  Lebens  für
Ihre  Mitmenschen  Gutes  tun  zu  können.  Vor  allem  machen  Sie  es
sich  zur  Regel,  Ausgaben  stets  innerhalb  der  Einnahmen  zu  halten.
Sie  mögen  manchmal  ungeduldig  werden  oder  sich  entmutigt  fühlen,
wenn  Sie  sich  selbst  Jahr  für  Jahr  in  untergeordneter  Stellung
sehen.  Ohne  Zweifel:  für  einen  jungen  Mann  ohne  Kapital  wird
es  täglich  schwieriger,  vorwärts  zu  kommen,  da  das  Geschäft
sich  mehr  und  mehr  dem  Großbetriebe  zuwendet;  zumal  hier  in
Pittsburg,  wo  großes  Kapital  eine  Hauptrolle  spielt,  ist  es  außergewöhnlich ­
  schwierig.  Dennoch  kann  ich  zu  Ihrer  Ermutigung
sagen,  daß  in  keinem  anderen  Lande  energische,  junge  Männer
schneller  in  die  Höhe  kommen  als  in  Amerika.  Beispielsweise
ist  es  hier  in  Pittsburg  unmöglich,  eine  genügende  Anzahl  erstklassiger ­
  Buchhalter  zu  finden,  und  die  Nachfrage  nach  solchen
überstieg  bisher  immer  das  Angebot.
Junge  Leute  suchen  allerhand  Gründe  herbei,  die  in  ihrem
besonderen  Falle  jeden  Erfolg  unmöglich  gemacht  haben  sollen.
Einzelne  hatten,  wenn  man  ihnen  glauben  dürfte,  niemals  Glück.
Das  ist  einfach  Unsinn.  Es  gibt  keinen  jungen  Mann,  der  niemals
eine  Chance  und  dazu  eine  außerordentlich  gute  Chance  gehabt
hätte,  sobald  er  nur  erst  in  Stellung  war.  Hier  wird  er  von  dem
läge  an,  da  er  seine  Arbeit  beginnt,  auf  die  Probe  gestellt.  Der
Tüchtige  wird  nach  einiger  Zeit  in  dem  Beratungszimmer  der
Firma  erprobt,  seine  Geschicklichkeit,  Ehrenhaftigkeit,  seine  Gewohnheiten ­
  und  Verwendung,  sein  Temperament  und  sein  Charakter, ­
  all  das  fällt  ins  Gewicht  und  wird  analysiert.  Der  junge
Mann  ohne  Chance  ist  identisch  mit  dem  jungen  Mann,  der  —  von
seinen  Vorgesetzten  geprüft  —  notwendiger  Eigenschaften  immer
            
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