Full text : Kaufmanns Herrschgewalt

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III.  Silberwährung.

gefunden.  Man  sollte  nun  denken,  daß  die  Silbedeute  jetzt  ihren
Irrtum  zugeben  und  der  Regierung  helfen  würden,  mit  so  wenig
Verlust  wie  möglich,  wieder  festen  Boden  zu  gewinnen.  Aber
weit  entfernt  davon!  Ganz  im  Gegenteil,  haben  sie  jetzt  den
kühnsten  Schritt  getan,  indem  sie  an  den  Kongreß  mit  der  Forderung ­
  herantraten  „freie  Silberprägung“  einzuführen;  etwas,  worüber ­
  jetzt  viel  gesprochen  wird.  Was  heißt  das?  Es  heißt  nichts
anderes,  als  unsere  Regierung  soll  gesetzlich  verpflichtet  werden,
ihre  Münzstätten  nicht  nur  für  all  das  Silber  zu  öffnen,  mit  dem
die  europäischen  Regierungen  überbürdet  sind,  sondern  auch  für
einen  guten  Teil  des  in  der  ganzen  übrigen  Welt  gewonnenen
Silbers,  um  für  jede  78  Cents  reellen  Silberwert  eine  der  Münzen
auszugeben,  welche  wir  alle  zum  Werte  eines  vollen  Dollars
für  unsere  Arbeit  und  unsere  Erzeugnisse  zu  nehmen  verpflichtet
sein  würden.  Damit  ist  nichts  andejres  gemeint,  als  daß  der
europäische  Kaufmann  sein  Silber  zu  uns  herübersenden,  hier
münzen  oder  auch  Silbernoten  dafür  erhalten  könnte  und  dann
imstande  wäre,  für  einen  vollen  Dollar  Wert  unseren  Weizen
oder  Korn  oder  irgend  etwas  anderes,  dessen  er  bedarf,  zu  kaufen,
obgleich  er  für  dasselbe  Quantum  Silber  in  Europa  und  in  jedem
anderen  Teile  der  Welt  nur  78  Cents  Wert  erhalten  würde,
Europa  tut  jetzt  gerade  dasselbe  mit  Indien,  mit  der  Argentinischen ­
  Republik  und  mit  anderen  Ländern,  welche  Silberwährung
besitzen.  Der  britische  Kaufmann  kauft  in  Indien  für  unterwertiges
  Geld  Weizen,  bringt  es  nach  Europa  und  verkauft  es  dort
für  Gold.  Auf  diese  Art  hat  er  für  indischen  Weizen  so  außerordentlich ­
  wenig  zu  zahlen,  daß  indischer  Weizen  in  Europa  ein
gefährlicher  Konkurrent  unseres  eigenen  Weizens  geworden  ist:
ein  Zustand,  der  nur  dadurch  möglich  wurde,  daß  infolge  des
Silbersturzes  der  indische  Weizenbauer  für  seine  Erzeugnisse  außerordentlich ­
  wenig  erhält.  Es  ist  kaum  Monate  her,  seit  das  neue
Silbergesetz  durchging,  welches  die  Regierung  dazu  verpflichtete,
ihre  Silbereinkäufe  mehr  als  zu  verdoppeln,  und  doch  sind  schon
jetzt  8  Millionen  Dollar  mehr  eingeführt  worden,  als  wir  ausgeführt ­
  haben  —  etwas  seit  fünfzehn  Jahren  Unerhörtes,  denn
früher  wurde  stets  mehr  Silber  ausgeführt,  als  eingeführt.  Jetzt
kaufen  wir  alles  von  unseren  eigenen  Silberbergwerken  produ-
            
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