Full text : Kaufmanns Herrschgewalt

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III.  Siiberwährung.

mag  vergleichsweise  zwei  Nationalflaggen  für  ein  und  dasselbe
Land  fordern.  Gerade  so  gewiß,  wie  jeder  Bürger  gezwungen
ist,  nur  ein  Banner  zu  wählen,  bei  welchem  er  steht  oder  fällt,
gerade  so  gewiß  muß  er  sich  für  nur  eine  Währung  entscheiden:
Silber  oder  Gold.  Die  Normalwährung  kann  ihren  Thron  ebensowenig ­
  mit  einer  anderen  Währung  teilen,  als  das  Dreistembanner
  sein  souveränes  Recht  mit  einer  anderen  Flagge  in  unserem
eigenen  Lande:  auch  für  das  „Geld“  besteht  das  Gesetz:  das
Schlechteste  treibt  das  Beste  aus  dem  Felde.  Die  Ursache  davon
liegt  klar  auf  der  Hand.
Angenommen  man  hät  ein  Fünfdollarstück  in  Gold  und  ein
Fünfdollarstück  in  Silber,  und  es  bestünde  ein  Zweifel  darüber,
ob  ein  bloßes  Kongreßgesetz  Silber  im  gleichen  Werte  wie  Gold
erhalten  könnte:  dann  mögen  vielleicht  99  unter  100  Leuten  glauben, ­
  das  Gesetz  sei  imstande  dem;  Silber  den  Wert  zu  geben,
welchen  es  an  und  für  sich 1  nicht  besitzt;  aber  einer  unter  den
Hundert  mag  vielleicht  doch  daran  zweifeln.  Ich  denke,  je  mehr
man  über  „Geld“  weiß,  desto  mehr  Zweifel  wird  man  haben;
ferner,  wenn  die  anderen  auch  keinen  Verdacht  hegen,  so  wird  die
Tatsache,  daß  ich  selbst  Verdacht  habe,  sie  auf  den  Gedanken
führen:  Vielleicht  hat  er  doch  recht,  und  ich  habe  unrecht.  Ich
denke,  ich  zahle  Smith  besser  morgen  mit  Silber  für  sein  Grünzeug ­
  und  gebe  meiner  Frau  das  schöne  Goldstück  zum  Sparen;  dann
bedarf  es  keines  Kongreßaktes  —  alle  Kongreßakte  der  Welt  vermögen ­
  seinen  Wert  nicht  zu  verringern;  dieses  Stück  Goldmetall
ist  überall  durch  die  ganze  Welt  fünf  Dollar  wert,  ganz  abgesehen
von  dem  Regierungsstempel;  dagegen  haben  diese  fünf  Stücke
Silber  hier  nur  drei  Dollar  und  75  Cent  wirklichen  Metalhvert.
Ja,  ja,  ich  will  Smith  das  Silber  geben  —  mir  taugt  das  Gold  besser!“
Smith  —  man  darf  dessen  sicher  sein  —  entledigt  sich  des  Silbers,
sobald  er  kann,  an  Jones.  Und  wie  er,  werden  es  viele  Leute  halten.
Als  Folge  davon  wird  das  Gold  im  Lande  ganz  aus  dem  Geschäft
verschwinden  und  Silber  allein  im  Umlauf  bleiben;  denn  jedweder, ­
  der  Silber  erhält,  sucht  es  so  schnell  wie  möglich  wieder
los  zu  werden,  und  so  zirkuliert  es  immerfort;  dagegen  hält  der,
welcher  Gold  kriegen  kann,  es  zurück,  so  daß  Gold  bald  nicht
mehr  im  Umlaufe  sein  würde.  Die  weitere  Folge  davon  muß  nun
            
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