Ansprache an Arbeiter.
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Füi-sorge ihrer Arbeitgeber hier wie in jedem Falle zu schätzen
wissen. Durch solche Mittel dürfen wir vielleicht hoffen, bis zu
einem gewissen Grade das alte freundschaftliche Verhältnis, sowie
das gegenseitige Vertrauen und die gegenseitige Wertschätzung
wieder herzustellen, wie sie früher zwischen dem Arbeitgeber und
seinen Leuten bestanden hat. Wir sind jünger als Europa, und
haben in dieser Hinsicht noch manches von dem alten Weltteil
zu lernen; immerhin freut es mich, zu bemerken, daß in vielen
Arbeitgebern das Pflichtgefühl gegen ihre Arbeiter zu erwachen
beginnt; ja — was nach meinem Dafürhalten noch viel wichtiger
ist — es sind augenscheinliche Anzeichen vorhanden, daß unsere
Arbeiter den Wunsch haben, zu Genossenschaften zusammen
zutreten; etwas, was nur zu ihrem Wohlsein beitragen kann.
Es ist ja recht schön, wenn einer dem anderen hilft; dennoch,
das Höchste wird erst dann erreicht, wenn die Menschen fähig
werden, sich selbst zu helfen.
Eine andere wichtige Tatsache ist der gute Arbeitslohn in
Pittsburg. Im allgemeinen ist der Arbeiter hier so gut bezahlt,
daß er, wenn er nur den Willen dazu hat, jeden Monat etwas bei
seite legen kann. Nichts kommt an Wichtigkeit den Ersparnissen
aus seinen Verdiensten gleich. Der Arbeiter, der seine Häuslich
keit besitzt, hat zugleich auch die erste Grundlage zu einer ge
eigneten Rente, sich auf seine alten Tage Komfort und Unabhängig
keit zu verschaffen. — Ich habe davon gesprochen, wie wünschens
wert es wäre, ein Gefühl von Gegenseitigkeit und Gefährtschaft
zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer hervorzurufen. Glauben
Sie mir, die Interessen von Kapital und Arbeit sind durchaus die
gleichen. Der ist ein Feind des Arbeiters, wer den Arbeiter gegen
das Kapital aufzuhetzen sucht.
Ich habe das Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit jahrelang
studiert und will einige Sätze aus einem von mir vor einiger Zeit
veröffentlichten Artikel anführen; der Artikel ist überschrieben:
„Die Hauptursachen der Reibungen zwischen Kapital und Arbeit.“
Dort heißt es: „Der Verdruß hat darin seine Ursache, daß die
Arbeiter zu keiner Zeit der Konjunktur entsprechend bezahlt werden.
Alle Großbetriebe sind mit Arbeit versorgt, sagen wir für sechs
Monate im voraus; diese Aufträge werden ganz natürlich zu den