VI. Wie kann man ein Vermögen erwerben?
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wie der arbeitende Mechaniker war, wie er ist und wie er bleiben
wird, war er doch stets zu engen Geschäftsanschauungen geneigt,
denn im allgemeinen kommt er erst in vorgeschrittenen Jahren
zur Macht. Ganz anders ist es mit dem wissenschaftlich gebildeten
Jüngling; er hat keinerlei Vorurteile und versucht jede neue Er
findung und jede neue Methode, ganz gleichgültig, wer ihr Er
finder sein mag. Er eignet sich all das an, was bisher Geleistetes
übertrifft und verwirft seine eigenen Einfälle und Ideen; dazu
entschließt sich ein Oberwerkführer nur schwer. Deshalb darf
auch der Vorteil der Bildung nicht unterschätzt werden; nur muß
es eine zweckentsprechende Bildung sein mit Kenntnissen, die
der Laufbahn des Interessenten angepaßt sind, wenn er seinen
Weg zum Glück finden soll.
Alles in allem haben wir nicht zu untersuchen, welchen Platz
der gelernte Mechaniker und der Praktiker in den verschiedenen
Zweigen der Geschäftswelt — den finanziellen, handeis- und kauf
männischen, sowie in den Fabrikzweigen — einnehmen, sondern
was diese beiden Klassen in der gesamten Geschäftswelt für
andere übrig gelassen haben.
Auf industriellem Gebiete wird der gelernte Mechaniker der
Gründer und Leiter berühmter Betriebe. Auf handeis-, kaufmänni
schem und finanziellem Gebiete sehen wir den armen Kontor
jungen, der, ein kaufmännischer Fürst, sicher ist, seine Herrschaft
anzutreten. Sie vergegenwärtigen zwei verschiedene Klassen. Der
arme Gehilfe und der geübte Mechaniker sind es, die zuguterletzt
in jeder Art von Geschäft die Herrschaft erlangen, ohne Kapital,
ohne Familieneinfluß und ohne höhere Bildung. Sie sind es auch,
welche zu allerersten Stellen aufsteigen und später herrschen; sie,
die bezahlte Stellungen aufgeben, um alles für die Gründung
neuer Geschäfte aufs Spiel zu setzen. Akademisch Gebildete be
gnügen sich meistenteils mit ihren Gehältern und bleiben in den
von ihnen innegehaltenen Vertrauensstellungen. Weder Kapital,
noch Einfluß, noch höhere Schulbildung, noch all das zusammen
genommen, haben bisher erfolgreich zu wetteifern vermocht mit
der Tatkraft und der unbezähmbaren Energie: beides Eigenschaften
der alles erobernden Armut. Damit es nicht scheine, es solle hier
etwas zur Unehre der akademischen Bildung gesagt werden, will