78
VI. Wie kann man ein Vermögen erwerben?
solchen Leuten gefunden, welche immer ein und dasselbe Feld
bearbeiten, denn sie haben die genaueste Kenntnis der darin zu
lösenden Probleme. Gerade auf diesem Wege wurden die wert
vollsten Verbesserungen gemacht. Wer eine Verbesserung ein
führt, der tut viel besser, einen Anteil am Geschäft zu erstreben
anstatt einer Gehaltserhöhung. Selbst wenn bis dahin das Ge
schäft nicht sehr gewinnbringend war, wird er doch, wenn er das
rechte Zeug in sich fühlt, denken, er könne es gewinnbringend
machen, und das kann er auch. Alle Geschäfte haben gute und
schlechte Zeiten. Tagen der Depression folgen Tage des Auf
schwunges. Das eine Jahr bringt große Überschüsse, andere wieder
geringen oder gar keinen Ertrag. Das ist in der Geschäftswelt
nun mal Gesetz und ich brauche hier seine Ursachen nicht weiter
zu entwickeln. Deshalb sollte der praktische Geschäftsmann sich
nicht gerade auf diesen oder jenen Geschäftszweig versteifen;
jedes gut geführte Geschäft wird während einer bestimmten Zeit
einen hübschen Gewinn abwerfen.
Drei große Hindernisse stellen sich jedem jungen Mann, der
seinen Fuß im Steigbügel hat und im Aufsteigen begriffen ist,
entgegen. Zunächst Trunksucht; sie wird geradezu zum Ver
hängnis. Hopfen und Malz sind an jedem jungen Mann verloren,
der sich dem Trünke von Spirituosen ergibt, mögen seine Talente
auch noch so groß sein. In Wahrheit, je größer seine Talente,
um so größer auch die Enttäuschung. Das zweite Hindernis be
steht im Spekulieren. Die geschäftliche Tätigkeit eines Spekulanten
und die eines Fabrikanten oder wirklichen Geschäftsmannes sind
nicht nur verschieden, sondern geradezu unvereinbar. Um in der
Geschäftswelt Erfolg zu haben, sollten nur des Fabrikanten und
Kaufmanns Verdienste in Rechnung gezogen werden. Der Fa
brikant sollte unentwegt vorwärtsschreiten mit Berücksichtigung
des Marktpreises. Wenn Du Waren zu verkaufen hast, verkaufe
sie, wenn Du Waren brauchst, kaufe sie, und zwar in beiden
Fällen ohne Rücksicht auf den Marktpreis. Niemals in meinem;
Leben habe ich einen spekulativen Fabrikanten oder spekulativem
Geschäftsmann gekannt, dem der Erfolg treu geblieben wäre.
Heute ist er reich, morgen bankerott. Außerdem ist es die Auf
gabe des Fabrikanten, Artikel zu erzeugen und Arbeit zu geben.