Schmiermittel.
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sehe Extraktion mit 96 °/ 0 -igem Alkohol, Polarisation usw.) näher auf den Gehalt
an Harzöl zu prüfen. Das hohe spezifische Gewicht des Harzöles (über 0,970 bei 15°)
und seine große oder vollständige Löslichkeit in absolutem Alkohol lassen das öl
leicht im. Mineralöl erkennen.“
Nach D. Holde enthalten helle Mineralöle nicht mehr als 0,6 °/ 0 , dunkle
nicht mehr als 1 °/ 0 natürliche alkohollösliche Harze; schlecht raffinierte Öle können
bis zu 3,5 °/ 0 enthalten.
o'
<
Nähere
Bezeichnung
Spezifisches
Gewicht
bei 16°
Refraktion
bei 25°
Polari
sation im
100 mm-
Rohr
(Kreis
grade)
Ver
seifungs
zahl
Jodzahl
Gehalt an
Unverseif-
barem
°/
/«
1.
2.
Knochen- und Klauenöle
Trane (Dorschlebertran u.
0,914—0,916
(1,4672 bis
l,4707heil8°)
—
191—203
44—75
—
3.
Robbentran) ....
0,916—0,941
72,7—75,0
—
171—206
123—181
0,4—7,8 (?)
Wollschweißfett (roh). .
0,941—0,945
—
—
78—109
20—21
38,7—44,0
4.
Olivenöl
0,914—0,920
62,0—62,8
— 0,07 bis
+ Spur
186—196
74—94
0,5—1,4
5.
Rüböl
0,911—0,918
68,0
Brcchungseiponent
(Abbe) bei 48°
— 0,04 bis
-0,23°
168-179
94—106
0,5—1,0
6.
Rizinusöl
0,961—0,974
1,475—1,480
+ 6,41°
176—183
82-85
0,3—0,4
7.
Mineralöle
0,850-0,932
1,490-1,507
0 bis
+ 3.1°
0
unter 14
100
8.
Paraffin ....
0,869—0,943
—
0
0
2-3
100
9.
Ceresin
0,918—0,922
—
0
0
0—0,6
100
lo.
Pichtenharz
1,045—1,075
—
—
147—192
55—185
5—15
u.
Harzöl
0,960—1,000
1,535—1,550
+ 30 bis
+ 40°
"
43—48
69—95
a) Polarimetrische Prüfung. Die Mineralöle sind im allgemeinen optisch
inaktiv, doch kommen auch öle mit schwacher Eechtsdrehung (bis + 1,2° im 100 mm-
Rohr und vereinzelt bis +3,1°) vor. Die Drehung ist nach D. Holde im all
gemeinen um so höher, je höher der Siedepunkt liegt. Dagegen zeigen die Harz
öle im 100 mm-Eohr eine Eechtsdrehung von 30—40°. Von fetten Ölen, die als
Schmiermittel in Frage kommen, zeigt nur das Rizinusöl eine starke Eechtsdrehung,
während die übrigen nur eine schwache Rechts- oder Linksdrehung zeigen; hierüber
vergl. S. 525.
b) Eefraktometrische Prüfung. Gegenüber den Mineralölen zeichnet
sich das Harzöl durch einen auffallend hohen, Olivenöl, Rüböl und Klauenfette durch
einen niedrigen Brechungskoeffizienten aus. Über die Höhe der Brechungskoeffizienten,
die mittels des Abbe sehen Refraktometers bestimmt werden, vergl. die vorstehende
Tabelle. Das Butter-Refraktometer (vergl. S. 521) kann zur Untersuchung der Mineral
öle ebenfalls verwendet werden, doch muß die Prüfung hei höherer Temperatur er
folgen, da bei der üblichen Temperatur von 25 bezw. 40° die Skala des Refrakto
meters, welche nur bis zum Brechungskoeffizienten 1,4895 geht, nicht ausreicht.
c) Jodzahl, Säurezahl und Verseifungszahl. Bei Abwesenheit von
fetten ölen geben sich Harz und Harzöl in Mineralölen durch erhöhte Jodzahl,
sowie Harz auch durch erhöhte Säurezahlen (130—180) bezw. Verseifungszahlen