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12. Jahrhundert gegolten hat. Es dürfte hiernach auffallend erscheinen,
wenn es richtig sein sollte, daß dem Sachsen- und Schwabenspiegel
sowohl das Bergregal wie die Bergbaufreiheit fremd gewesen seien,
und daß nach diesen Rechtsbüchern die Mineralien nur einen zur aus
schließlichen Verfügung des Oberflächeneigentümers stehenden Sub
stanzteil des Bodens gebildet haben *. Dies nimmt allerdings die
größere Zahl der Rechtslehrer an, insbesondere Jung 1 2 , Grueter 3 , Böh-
lau 4 , Weiske 5 , Karsten 6 , Achenbach 7 , Gerber 8 , Kommer 9 , Gierke 10 11 ,
Karl Lehmann, Zeitschrift für die Philologie Bd. 39 S. 273.
Dagegen wollen Homeyer 11 , Sachsse 12 , Eichhorn 13 und Steinbeck 14
im Sachsenspiegel das Bergregal finden; indeß Sachsse nur bei Gold
und Edelsteinen, Eichhorn nur bei den edelen Metallen.
Die in Frage kommende Stelle des Sachsenspiegels lautet nach
der (dritten) Ausgabe von Homeyer:
Buch I, Art. 35.
§ 1. „Al schat under der erde begraven deper den ein pluch
ga, die hört to der koninglichen gewalt.“
§ 2. „Silver ne mut ok neman breken up enes anderen mannes
gude ane des willen des de stat is, gift he’s aver orlof, de vo-
gedie is sin darover.“
Im Schwabenspiegel lautet die Stelle (Ausgabe von Laßberg
S. 91):
197. „Wer schaecz under die erd, begrevet tieffer denn ein
pflüg gat der gehoert czu ce kungklichen gewalt.“
1 S. auch Völkel, Grundzüge des preußischen Bergrechts 1914, S. 16, der an
erkennt, daß zur Zeit der Abfassung des Sachsenspiegels das Bergregal längst
gegolten hat.
2 De jure salinarum p. 125.
3 De regali metallorum iure p. 32 seq.
4 De regalium notione p. 16.
6 Der Bergbau und das Bergregal S. 32 ff.
6 Über den Ursprung des Bergregals in Deutschland S. 42 ff.
7 Deutsches Bergrecht S. 73.
8 Deutsches Privatrecht, 11. Auf!., § 95 Anm. 2.
8 Zeitschrift für Bergrecht Bd. 10 S. 389 ff.
10 Deutsches Privatrecht.
11 S. weiter unten.
12 Zeitschrift für deutsches Recht Bd. 10 S. 62 ff.
13 Deutsche Staats- und Rechtsgeschichte, 3. Ausgabe, § 297.
14 Geschichte des schlesischen Bergbaues S. 40 ff.