Full text: Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

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Im Jahre 1094 schenkte der Abt Anselm von Lorch unter anderem: 
„De monte autera, ubi argentum foditur, j marca, et de mercato 
XX marcae; de molendinis vero XX et vj malter tritici“ 1 . 
Allgemein dient diese Urkunde zur Widerlegung des Bergregals 2 ; 
indes nicht mit Recht. Zunächst kann sie ebensosehr das Markt- und 
Mühlenregal wie das Bergregal widerlegen. Sodann dürfte anzunehmen 
sein, daß die Abtei jenes Bergwerk vom Kaiser oder vielleicht gar 
schon von den Agilolfingern hatte, da es von diesen dotiert war 8 . 
Die Schenkung 1 Herzog Heinrichs von Kärnten über das Tal Avel- 
nice „cum usu salis et rudere, quod Arie dicitur“ ist bei den Urkunden 
über das Salzregal besprochen worden. Die Schenkung umfaßt 100 
Huben, die im Jahre 1025 vom Kaiser Konrad II. der Edelfrau Beatrix 
„cum usu salis seu cum omni utilitate“ geschenkt wurden 6 . 
Im Jahre 1122 6 erteilte Heinrich V. dem Kloster Siegburg das 
Bergbaurecht auf dessen Gebiete: 
„si quid raetalli, vel pecunia in ullo possessionum fundo, sive 
loco tellus quaerentibus exposuerit, ex his quae avaro sinu multa 
nobis abscondit, juris ipsorum sit, nec molestus quisquam sit illis 
pro jure regio, quia quod ad nos attinet damus.“ 
Am 24. Juli 1131 7 wiederholte Kaiser Lothar die Bergregalver 
leihungen für Basel von 1028 und 1073. 
Im Jahre 1131® bestätigte derselbe Kaiser dem Kloster Reichers- 
berg seine Besitzungen und bemerkte noch: 
„Adicimus preterea, si succedente tempore in sylvis, raontibus, 
campis sive locis aliis eidem ecclesiae appropriantibus mineram 
von Herrgott tom. II pars I p. 124. Trouillat, Monuments de l’eveche de Bäle 
I p. 188. 
1 Die Urkunde findet sich im Codex Laureshamensis Diplomaticus tom. I, 
Mannhemii 1778, als Urkunde CXXIX p. 215, 216. 
2 Waitz, Deutsche Verfassungsgeschichte VIII 271, Anm. 4. Hüllmann, Ge 
schichte des Ursprungs der Regalien S. 65. 
3 Hundii, Metropolis Salisburgensis I p. 222 seq, 
4 Pezii, Thesaur. anectod. VI p. 285. v. Muchar, Geschichte des Herzog 
tums Steiermark S. 101. Pusch und Frölich, Diplom. Sac. Styriae II p. 271. 
5 Urkundenbuch für Steiermark No. 44 S. 53. 
6 Die Urkunde findet sich in Lacomblet, Urkundenbuch für die Geschichte 
des Niederrheins, Düsseldorf 1840 bis 1857, I 193, bei J. F. Pfeffinger, Vitriarii 
institutionum juris publici novis notis illustratarum, Gothae 1725, tom. II p. 1347. 
7 Herrgott, Genealogia tom. II pars I p. 156. 
8 Die Urkunde in Heineccius, Antiquitates Goslarienses S. 132. Wagner 
Beilage III S. V. Waitz VIII 270.
	        
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