Full text : Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

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wäre  er  nicht  von  der  irrigen  Annahme  ausgegangen,  daß  ursprünglich
die  Bergwerksgüter  nicht  Regalien  gewesen  seien  *.
Die  Rechtslehrer  gehen  bei  der  Frage  nach  der  Entstehung  des
Bergregals  und  der  Bergbaufreiheit  von  der  ihnen  als  selbstverständlich
erscheinenden  Ansicht  aus,  daß  die  Bergwerksgüter  ursprünglich  als
Teil  des  Grund  und  Bodens  zum  Oberflächenbesitze  gehört  haben,  und
erst  später  durch  irgend  welche  äusere  Einwirkung  von  diesen  getrennt
worden  seien.  Diese  Ansicht  widerspricht  aber  der  Entwickelung,
welche  das  Grundeigentum  in  Deutschland  genommen  hat.  Ein  Eigentum,
als  ein  unumschränktes  und  ausschließliches  Verfügungsrecht  über  eine
Sache,  hat  es  an  Grund  und  Boden  in  der  ersten  uns  bekannten  Periode
des  deutschen  Rechts  nicht  gegeben.  Julius  Cäsar 2  beschreibt  die
Lebensweise  der  Sueven,  wie  folgt;
„Hi  centum  pagos  habere  dicuntur  ex  quibus  quotannis  milia
armatorum  bellandi  causa  ex  finibus  educunt.  Reliqui,  qui  dorni
manserunt,  se  atque  illos  alunt.  Hi  rursus  anno  post  in  armis
sunt,  illi  demi  remanent.  Sic  neque  agricultura,  nec  ratio  atque
usus  belli  intermittitur.  Sed  privati  ac  separat!  agri  apud  eos
nihil  est,  neque  longius  anno  remanere  uno  in  loco  incolendi
causa  licet.“
Rücksichtlich  aller  Germanen  bemerkt  derselbe  Schriftsteller  an
einer  anderen  Stelle 8 :
„Neque  quisquam  agri  modum  certum  aut  fines  habet  proprios,
sed  magistratus  ac  principes  in  annos  singulos  gentibus  cognationibusque
  hominum,  qui  una  coierunt,  quantum  et  quo  loco
visum  est  agri  attribuunt,  atque  anno  post  alio  modo  cogunt.“

kehrt  durch  Achenbach  die  Entstehung  der  Bergbaufreiheit  aus  dem  Gesamteigentum ­
  der  Gemeinden,  bei  der  Feldgemeinschaft  nachgewiesen  ist.“
Ähnlich  Dopsch  II  340.  Der  König  sei  Eigentümer  aller  herren-  und  erbloser ­
  Güter  gewesen.  Ein  solches  Bodenregal  im  beschränkten  Sinne  werde  heute
allgemein  zugegeben.  A.  Heußler,  Institutionen  S.370.  Rühl,  Die  Franken  S.45.
Brunner,  Rechtsgeschichte  II  237.  Rietschel,  Markt  und  Stadt  S.  18.  Unter
diesen  Gesichtspunkt  fallen  die  ersten  Ansätze  eines  Almend-,  Berg-  und  Fundregals, ­
  wofür  sich  Dopsch  noch  auf  Brunner,  Rechtsgeschichte  II  237,  Schröder,
Rechtsgeschichte,  5.  Auf!.,  S.  218,  Heußler,  Institutionen  S.  369  bezieht.
1  Schröder  rücksichtlich  der  Salinen  in  der  Zeitschrift  für  Rechtsgeschichte
Bd.  10  S.  258  ff.
2  Bellum  Gallicum  lib.  IV  cap.  1.
3  Bellum  Gallicum  lib.  VI  cap.  22.
            
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