Full text : Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

36

Zeit  der  Römische  Kaiser,  von  allen  Bergwerken  Abgaben  bezog,  und
daß  diese  Abgaben  in  einer  Quote  vom  Ertrage  bestanden  l .
Bereits  oben  waren  mehrere  Urkunden  angezogen,  in  denen  die
Agilolfinger  Herzoge  über  Salzzehnten  verfügten 1  2 .  Dafür,  daß  ihnen
diese  Salzzehnten  zustanden,  weil  die  Salinen  zufällig  auf  ihren  Privatbesitzungen ­
  lagen,  spricht  weder  in  den  Urkunden  selbst,  noch  sonst
irgend  ein  Umstand.
Das  Capitulare  de  villis  imperialibus 3  spricht  unter  anderem  von
den  Erträgen  der  Bergwerke:
c  28.  Volumus,  ut  per  annos  singulos  .  .  .  argentum  de  nostro  laboratu
  .  .  deferre  studeant.
c  62.  Ut  unusquisque  judex  per  singulos  annos  ex  omni  conlaboratione
  nostra  .  .  .  quidquid  de  ferrariciis  et  scrobis  id  est  fossis
ferrariciis  vel  aliis  fossis,  plumbaricio  .  .  .  habuerint  .  .  .  nobis
notum  faciant.
Aus  dem  Capitulare  folgt  jedenfalls  nicht,  daß  der  König  von
solchen  Bergwerken,  die  nicht  auf  seinen  Privatbesitzungen  lagen,  keine
Abgaben  erheben  durfte.
In  der  Teilungsurkunde  vom  Jahre  817 4  heißt  es:
cap.  I.  Volumus  (sagt  der  Kaiser),  ut  Pippinus  habeat  Aquitaniam
et  VVasconiam  et  marcam  Tolosam  totam  .  .  .
cap.  II.  Item  Hludowicus  volumus,  ut  habeat  Bajoariara  et  Carentanos
  .  .  .

1  Recueil  de  Duchesne  tome  I  p.  585.  Zwar  wird  die  Richtigkeit  dieser  Urkunde ­
  in  Bezug  auf  die  Worte  „ex  metallo  censitum“  von  Achenbach,  Französisches ­
  Bergrecht  S.  23  ohne  Angabe  von  Gründen  in  Zweifel  gezogen.  Indes
dürfte  deren  unbedingte  und  vollständige  Richtigkeit  anzunehmen  sein.  (Vgl.
Waitz,  Deutsche  Verfassungsgeschichte,  i.’Aufl.  II  554;  de  Pastoret,  tome  XV  der
ordonnances  des  rois  de  la  troisiöme  race,  Introduction  p.  34  u.  a.)
2  S.  auch  v.  Koch-Sternfeld,  Die  teutschen  Salzwerke  II  107,223,  239  a.  a.  O.
Lori,  Einleitung  p.  II  sequ.
3  Monumenta  Germaniae  historica  tom.  11  leg.  I  p.  183,  185/6;  s.  hierzu
v.  Inama,  Deutsche  Wirtschaftsgeschichte  I  132.  C,  Gareis,  Bemerkungen  zu
Kaiser  Kails  des  Grossen  Cap.  de  villis  in  Germ.  Abhandl.  zum  70.  Geburtstage
Maurers  S.  207  f.  Derselbe,  Landgüterordnung  Karls  des  Großen,  1895.  Dopsch
1  126  u.  a.  m.  Man  schrieb  das  Capitulare  Karl  dem  Großen  zu  und  setzte  es
etwa  in  das  Jahr  812;  nach  Dopsch  I  54  ist  es  eine  Wirtschaftsordnung  König
Ludwigs  von  794/5  für  Aquitanien  ohne  die  ihm  beigelegte  allgemeine  Bedeutung.
S.  auch  Villanueva  1.  c.  p.  266.  Biot,  De  la  propridtd  des  mines  p.  21,  22.
4  Pertz,  Monumenta  Germaniae  historica  tom.  III  leg.  I  p.  198  seq.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.