Full text: Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

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Dieses ist uns in zwei lateinischen Handschriften überliefert, die 
sich in Graf Sternbergs Urkundenbuch, Seite 11 ff. abgedruckt finden. 
Niedergeschrieben ist das Iglauer Bergrecht in der uns bekannten Fassung 
zwischen 1249 und 1251. Doch ist sein Inhalt älter und rührt schon 
aus dem 12. Jahrhundert 1 . 
Dies ergibt sich u. a. aus einer in Sachsen aufgefundenen, vermutlich 
aus dem 14. Jahrhundert stammenden deutschen Übersetzung, welche 
von Klotzsch, „Ursprung der Bergwerke in Sachsen“ Seite 204 fr. ab 
gedruckt ist und folgende Überschrift trägt: 
„dis syn die Bergrecht, dy von allir erst syn von Bergwerke 
funden und wart funden zu Behemen und Merhern 2 von den 
Burgern von der Ygla.“ 
Am Schlüsse dieser Übersetzung heißt es: 
„dys synt die bergrecht von der Ygla bestetiget von zwey Königen“, 
welche zwei Könige nach den Ausführungen von Klotzsch 3 , Wladislaus 
und Uladislaus gewesen sein müssen. Hiernach berechnet Klotzsch, 
daß die Iglauer Bergrechte schon vor dem Jahre 1200 vorhanden 
gewesen sind 4 . 
Das Iglauer Bergrecht, die Magna Charta der deutschen Berggesetz 
gebung, wie sie Graf Sternberg 5 bezeichnet, enthält nicht, wie Kommer 6 
meint, nur lokales, sondern das allgemeine böhmisch-mährische Bergrecht 7 ; 
denn in der Einleitung zu demselben heißt es 8 , daß die darin enthaltenen 
samte Staatswissenschaft Bd. 70 S. 230 und in der Zeitschrift für Bergrecht Bd. 54 
S. 120 ff. Jaromir Celakovsky, Nästin dejin cerkeho präva horniho, Prag 1896. 
1 Sternberg II 17. 
2 Iglau liegt an der Grenze zwischen Böhmen und Mähren. 
3 Ursprung der Bergwerke S. 73 ff. 
4 Friedrich v. Schmidt folgert aus den Schlußworten sogar, daß die Iglauer 
Bergrechte schon seit Erbauung der Stadt Iglau, vielleicht schon seit dem 9. und 
10. Jahrhundert gegolten haben (Archiv für Bergwerksgeschichte, Altenburg 1829, 
S. 176) — indes, wie mir scheint, mit Unrecht, da die Böhmischen Herzoge erst 
unter Heinrich IV. die Königswürde erhielten. 
5 Geschichte der böhmischen Bergwerke II 392. 
6 Zeitschrift für Bergrecht Bd. 10 S. 15. 
7 S. auch Graf Sternberg, Geschichte II 17. Achenbach, Deutsches Berg 
recht S. t8. 
8 Sternberg, Urkundenbuch S. 11. Zycha, Das böhmische Bergrecht II 1 
(Älteste Urkunde); „Nos, Wenizelaus, Dei gracia rex Bohemie et Moravie omnibus 
praesentem paginam inspecturis salutem in perpetuum usw.; Nos, Primicil, D. gr. 
marchio Moraviae, regiam benevolentiam et pavorem patris nostris illustrissimi regis 
Bohemia erga suos fideles et montanos et erga alios regio dignitati obsequium 
praestantes sue voluntati et paternitati per omnia decrevimus obedire usw,“ Es
	        
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