Object: Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft in der Weltgeschichte

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während die Erträgnisse der Steuern von den Staatspensionen 
verschlungen werden**).“ 
Der Handel war zum Teil auch Naturaltausch. Pfeffer wird 
mitunter als Wertmesser verwendet. Jedoch war im Handel wie 
in dem staatlichen Abrechnungswesen der Gebrauch von Scheck 
und Wechsel allgemein durchgeführt. Vor allem aber hat die 
Verpachtung der Steuern die Geldwirtschaft entwickelt. 
Gleich bei der Eroberung bildete sich ein Großgrundbesitz 
der militärischen Führer aus. Die Domänen des Kaisers waren 
frei geworden, viele Mächtige auch geflohen, so daß weite 
Ländereien zur Verfügung standen. Landschenkungen wurden 
daraus erteilt und trugen gleichfalls zur Bildung des Großgrund- 
besitzes bei. 
Die zunehmende Bedeutung des Heeres führte dazu, daß 
sich die Truppen in den Besitz von Ländereien setzten, um die 
Einnahmen davon zu genießen (zo. Jahrhundert)”). War die 
Regierung stark, so suchte sie die Soldatenlehen zu beseitigen und 
durch feste Soldzahlungen zu ersetzen. So ist dies um das Jahr 
toco in Einzelfällen zu belegen. Aber schon ergaben sich auch 
Mißbräuche, derart, daß die Staatseinkünfte von den Truppen- 
befehlshabern eingezogen wurden, welche als Großgrundbesitzer 
und auch als Steuerpächter dazu Gelegenheit fanden. 
Ende des 11. Jahrhunderts wurden angesichts dieser Unsicher- 
heit der Staatseinkünfte die Ländereien als Lehen an die Truppen 
verteilt gegen die Verpflichtung zu Kriegsdiensten. Damit war 
zugleich eine Verbesserung der Bewirtschaftung erzielt, da die 
neuen Inhaber an dem ihnen zufließenden Ertrage nunmehr per- 
sÖnlich interessiert waren’). Dieses Vorgehen des Großveziers 
Nizam-al-Mulk im Seldschukenreich vom Ende des ır. Jahr- 
hunderts, das zur Entstehung des osmanischen Lehenswesens 
Anlaß bot, fand dann immer allgemeinere Verbreitung, 
In Ägypten wurden auch andere Erträge von Steuern und 
Abgaben als Lehen vergeben, so z. B. Kopfsteuern. Aus der 
°) So wörtlich nach C. H. Becker, Grundlinien der wirtschaftl. Entwicklung 
Ägyptens. Islamstudien ı, 207. 
”) Vgl. Amedroz, Abbasid administration in its decay from the Tajarib 
al Umam. Journ. Roy. As. Soc. 1913, S. 823 £. 
58) Vgl. die von C.H. Becker a.2.0. S. 243 zit. Quellenstelle bei „Imad- 
ad-Din al Isfahänj.
	        
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