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abzuwehren. Hatten früher, am Beginne des Mittelalters, in der
Zeit vom 5. bis 8. Jahrhundert, zahlreiche Soldtruppen im Kampfe
mit den Persern und Avaren eingestellt werden müssen, die über-
wiegend mit Geld bezahlt wurden, so haben wir vom Ende des
12. Jahrhunderts eine direkte Nachricht, daß man in Byzanz
damals von allen Nationen Krieger gemietet habe, um sie gegen
die Türken aufzubieten*®).
Man war sich am Hofe von Byzanz auch bereits im 10. Jahr-
hunderte voll bewußt, welche starke politische Macht der Reich-
tum an Geld dem griechischen Staate gegenüber dem Ausland
verlieh. Das beweist der hochmütige Ton, mit welchem Bischof
Liutprand v. Cremona im Jahre 968 abgefertigt wurde: „Mit
unserem Gelde, wodurch wir stark sind“, sagte der Kaiser zu ihm,
„werden wir alle Völker gegen den deutschen König in Bewegung
setzen !\.“
Auf die Byzantiner des 7. Jahrhunderts geht auch bereits die
Auffassung zurück, daß das Geld der Nerv des Krieges se1°):
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Hervorgehoben soll aber werden, daß trotz der Geldwirt-
schaft später doch, schon seit dem 12. Jahrhundert unter den
Komnenen und dann mit der Festsetzung der Lateiner in
Griechenland und dem Sinken der Zentralgewalt, eine feudale
Organisation (xg6övoıa) sich entwickelte®). Die Großgrundbesitzer,
d. h. der Adel, gelangten zu überragender Bedeutung, ebenso wie
die Privatsoldaten, welche jene auf ihren ausgedehnten Grund-
herrschaften unterhielten.
Ein großer Teil des byzantinischen Staatsgebietes wurde nach
und nach von dem Islam erobert und mohammedanisch. Zu-
50) Benjamin v. Tudela (c. 1170). M. N. Adler, The itinerary of Benjamin
of Tudela (1907), p. 13. — Vgl. dazu A. Heisenberg, Staat und Gesellschaft
des Byzantin. Reiches. Die Kultur d. Gegenwart v. P. Hinneberg, T. 11, IV,
1”, 389 (1923).
*) Liutprands Gesandtschaftsbericht a.a.O. c. $3-
52) Georgios Pisides, Heraclias v. 163 f. Corp. scriptor. histor. Byzantin.
1837, 27, 75 (600—660).
5) Vgl. E.Stein a.a.O. S.159, sowie L. Brentano a.a.O. S.49f. und
A. Heisenberg a.a.O. S. 406 u. 377, jetzt bes. Ostrogorsky, Vischr. f. Soz. u.
Wirt. Gesch. 22, 139. (1929).