Full text : Ueber Betheiligung der Arbeiter am Unternehmergewinn

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Ueber  Gewinnbetheiligung  der  Arbeiter.

neueren  Constructionen  vergrößern  das  Productionsquantum  auf  das  erheblichste. ­

Aehnlich  auf  anderen  Gebieten.  Ein  Unternehmer,  der  mit  ältern
Maschinen  arbeitet,  weil  vielleicht  das  Capital,  vielleicht  auch  andere  Gründe
ihm  Ausdehnung  und  Neuerungen  verbieten,  und  demnach  einen  geringeren
Nutzen  vertheilen  kaun,  während  das  Nachbar-Etablissement  mit  feinen  neuen
Maschinen  größeren  Gewinn  bringt,  soll  er  durch  feine  Arbeiter  gezwungen
werden,  ihnen  zu  Gefallen,  die  eine  größere  Rentabilität  versprechenden  Einrichtungen ­
  zu  treffen?  —  und  thut  er  es  nicht,  wird  er  in  ihren  Augen
der  wohlwollende  mit  Autorität  bekleidete  Unternehmer  bleiben?  Es  lassen
sich  die  verschiedensten  Ursachen  denken,  welche  auch  den  bestsituirten  Unternehmer ­
  dergleichen  Anschaffungen  als  überflüssig  ansehn  lassen:  hohes  Alter,
geringer  Gebrauch,  Kinderlosigkeit  und  ähnliche,  —  soll  er  zum  Sklaven  oder
Mm  Feind  seiner  Arbeiter  herabsinken?
Diesen  moralischen  Gründen,  welche  von  Seiten  der  Unternehmer
Legen  die  Betheiligung  der  Arbeiter  am  Gewinn  sprechen,  sind  andere  zur
Seite  zu  stellen,  die  mit  Rücksicht  auf  die  Arbeiter  zu  dem  nämlichen  Ziele
gelangen.  Die  Anhänger  der  incknstrisl  pnrtuerslUp  sehen  in  ihr  die
Sonne,  die  den  socialen  Frieden  aus  Erden  bescheinen  soll;  ich  im  Gegentheil
fasse  sie  als  eine  neue  Quelle  von  Zwietracht  und  Mißgunst  auf.  Eine
solche  kann  sie  auch  für  die  Arbeiter  werden.  Sie  wird  eine  Verschiedenheit
des  Einkommens  derselben  erzeugen,  und  zwar  keine  ihren  Fähigkeiten  und
Leistungen  entsprechende,  sondern  eine  aus  zufälligen  Glücksumständen  herrührende. ­
  Der  Arbeiter  in  einer  Fabrik  mit  den  besten  neuesten  Maschinen
wird  einen  höheren  Gewinn  ziehen,  als  der  in  einem  Etablissement  beschäftigte,
wo  dies  nicht  der  Fall  ist;  es  werden  Differenzen  an  dem  nämlichen  Platze,
in  demselben  Geschäftszweige  entstehn,  die  nicht  zur  Vergrößerung  des
Friedens  dienen  können.  Wenn  ein  Unternehmer  einen  kleineren  Nutzen  aus
seinem  Geschäfte  zieht,  als  andere,  so  liegt  dies  in  der  Differenz  der  Capitalien, ­
  der  Fähigkeiten,  also  im  Fehlen  industrieller,  geistiger  oder  physischer
eigener  Kräfte,  deren  Unannehmlichkeiten  er  tragen  muß  —  der  Arbeiter,  der
trotz  eifrigster  Thätigkeit,  aufopferndster  Arbeit  es  nicht  soweit  bringt,  wie
sein  vielleicht  weniger  befähigter  College  in  der  nächsten  besser  rentirenden
Fabrik,  wird  nicht  minder  wie  setzt  über  die  Ungleichheit  der  Güter-Vertheilung
  klagen  und  mit  mehr  Recht,  da  der  blinde  Zufall  sein  Spiel  treibt!
Aehnliche  Zustände  werden  herbeigeführt  werden  durch  die  Art  der  Vertheilung
  des  Gewinnes.  Es  ist  kein  Grundsatz  aufgestellt  worden,  und  er
ist  —  selbst  bei  unbedingter  Anerkennung  des  Princips  —  nicht  aufzustellen,
® te  die  Vertheilung  des  Gewinnes  geschehen  soll.  Ich  finde  in  den  später
zu  bringenden  bestehenden  Arbeitsgesellschaften  die  verschiedensten  Principien
aufgestellt.  Bei  einigen  wird  unter  die  Arbeiter  ein  gewisser  Procentsatz  des
Gewinns  vertheilt,  bei  anderen  wird  derselbe  nach  Abzug  der  Capitalsverzinsung ­
  und  der  Vergütigung  für  Arbeitsleistung  des  Unternebmers  zu
gleichen  Theilen  zwischen  diesem  und  jenem  getheilt.  Die  Stellung  des
Arbeiters,  wo  nach  diesein  Grundsatz  verfahren  wird,  ist  eine  andere  und
            
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