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Weigert.
der Verlust oder die Differenz von dem Ueberschusse künftiger Jahre abge
zogen und nur an dem, was dann noch übrig bleibt, participiren die Arbeiter.
Nach den neuesten Nachrichten hat die Firma noch keine Darlehen von den
Arbeitern erhalten und ist unter diese noch keine Gratification zur Vertheilung
gekommen.
Dies letztere gilt auch für die nach ähnlichen Principien arbeitende
Sabden- Mills- Cotton- Company.
Weit entfernt, diese Mißerfolge dem Principe der Industrial parkner-
ship beimessen zu wollen, betrachte ich dieselben vielmehr als in ungünstigen
Conjuncturen, schlechten Geschäftslagen und ähnlichem liegend, wie sie in
jedem industriellen Unternehmen vorkommen, in der einen Branche häufiger,
in der andern seltener, durch welche die Arbeiter nicht in Mitleidenschaft ge
zogen werden dürfen.
Zur Vervollständigung führe ich noch die nachstehenden Etablissements
an, in denen nach ähnlichen Principien gearbeitet wird.
Die Druckerei von Paul Dupont in Paris betheiligt seit 1848 die
Arbeiter, welche länger als 2 Jahre bei ihnen thätig sind, mit 10 Procent
am Nettogewinn. Sie beschäftigt ungefähr 300 Personen, im Jahre 1863,
welches den höchsten Nutzen brachte, kamen 35 Francs auf die Person, also
ein sehr geringfügiger Betrag.
E. Voiron und M. Lenoir, Stubenmaler in Paris haben seit 1870
ihre Arbeiter mit 25 Procent am Nettogewinn detheiligt. Erfahrungen
liegen nickt vor.
Die Schriftgießerei von Laurent und Deberny in Paris, .betheiligt ihre
Arbeiter seit 1848 am Reingewinn und zwar sowohl nach Arbeitstagen, wie
nach Arbeitsleistungen. Sie beschäftigt circa 150 Arbeiter. In der Piano
fabrik von M. A. Bord wird der Nutzen nach Verzinsung des Capitals mit
10 Procent zu gleichen Theilen zwischen der Arbeit und dem Capital, nach
Maßgabe des Verhältnisses der gezahlten Löhne zu diesem vertheilt.
Die Betheiligung der Arbeiter am Gewinn findet in mehreren Fabriken
im Elsaß statt. Zu erwähnen sind: die Fabrik chemischer Producte von
Carl Kestner in Thann und Mühlhausen und die Spinnerei von Stein
heil und Dieterlen; auch in der Schweiz sind mannichfache Versuche dieser
Art gemacht worden.
Wenn auch manche derselben für das System zu sprechen scheinen, so
kann ich ihnen doch bei der Kürze des Bestehens und bei den oft eigenthüm
lichen speciellen Verhältnissen keine größere Bedeutung zusprechen und meine
Anschauungen durch dieselben nicht für widerlegt halten.
So erscheint mir die sociale Frage auf dem Wege der Betheiligung der
Arbeiten am Unternehmer-Gewinn nicht zu lösen. Kämpfe, wie die gegen
wärtigen, sind zu allen Epochen gewesen: sie sind stets in besonderer Schärfe
aufgetreten, sobald der freiheitliche Geist der Zeit durch Forträumung von
Schranken, welche der Entfaltung der Arbeit entgegenstanden, dem Arbeiter-