I. Geschichte und Entwicklung des Kartellwesens.
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das Jahrbuch für den Oberbergamtsbezirk Dortmund „ein
folgenschweres Ereignis für die Eisen- und Stahlindustrie“ 1 ).
Die Auflösung erfolgte, nachdem das Kraftwerk bei Stettin
auch liauptaktionär der Rheinischen Bergbau- und
Hüttenwesen Akt.-Ges. zu Duisburg - Hochfeld geworden
war und dem Syndikate nicht beitreten wollte.
Die Stahlerzeugung in Deutschland ist in der Hauptsache
im Deutschen Stahlwerksverband kartelliert. Dieses im
Jahre 1900 mit eigener Verkaufsstelle in Düsseldorf gegründete
Kartell ist der mächtigste Verband in Deutschland. Dasselbe
ging hervor aus dem Träger- u. Halbzeugverband und
der Schienen- u. Schwellengemeinschaft. Dieser Verband, der
im Jahre 1909 29 Mitglieder aufwies, stellt, als Einheit betrachtet,
das größte privatwirtschaftliche Unternehmen nicht
nur Deutschlands, sondern auch ganz Europas dar. Er wird
an Umfang und Bedeutung nur noch von einem staatlichen
Unternehmen, der preußisch - hessischen Staatseisenbahngemeinschaft,
übertroffen. Der Verband repräsentiert heute
„eine zu einheitlichen Arbeitszielen vereinigte Kapitalmasse“
von etwa l 1 /^ Milliarde M.ark. In den Betrieben seiner Mitglieder
gewährt er bei einer Jahresproduktion von rund 11
Millionen Tonnen Stahl über 200 000 Personen Arbeit und
Verdienst. Der Gesamtwert seiner Produktion wird auf etwas
mehr als die genannten Betriebskapitalien geschätzt.
Der Verband hat seine Produktion in Gruppe A und B geteilt.
Nur für Gruppe A ist eine gemeinsame Verkaufsstelle
errichtet und nur die Produkte dieser Gruppe gehen auf
Rechnung des Verbandes. Es gehören hierzu: Rohstahl aller
Gattungen und Halbzeuge (Blöcke), Eisenbahnmaterial
(Schienen und Schwellen), Formeisen (Träger). Zu Gruppe
B gehören Stabeisen, Walzdraht, Grob- und Feinbleche,
Achsen, Röhren usw. Bei dieser Gruppe ist nur die Menge
festgesetzt, welches jedes Werk produzieren darf; Preis und
Verkauf haben die Mitglieder des Verbandes vorläufig noch
selbst zu regulieren.
Ein Vorgänger des Stahlwerksverbandes war der Halbzeugverband,
der 1897 gegründet worden war und 1904 im
Stahlwerksverband aufging.
Stabeisen ist nur in Oberschlesien kartelliert gewesen.