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I. Geschichte und Entwicklung des Karteiiwesens.
Aus der Vereinigung, die dort früher bestand, haben sich
2 Gruppen gebildet, auf der einen Seite die Laurahütte mit
der ihr als Werksfirma liierten Schlesischen Montangesellschaft
und die Oberschlesische Stahlwerksgesellschaft auf
der anderen Seite, welche für die Gesamtheit der übrigen
schlesischen Werke verkauft. Bei dem Zusammenschluß der
schlesischen Werke kann von einem Kartell nur insoweit die
Rede sein, als es sich um den Verkauf in den natürlichen örtlichen
Absatzgebiete dieser Werke handelt. Im Großen und
Ganzen genommen war gerade Stabeisen das Fabrikat, das
infolge seiner Nichtsyndizierung den größten Preisschwankungen
unterworfen war. Eine Befestigung des Marktes trat
erst ein, als im August 1909 auch die übrigen deutschen Stabeisenwerke
einen engeren Zusammenschluß 1 ) der freien Konkurrenz
vorzogen.
Weitere Kartelle in der Flußstahl-, Fluß und Schweißeisenindustrie,
von geringerer Bedeutung als der Stahlwerksverband,
sind;
Oberschlesischer Stahlwerksverband, G. m. b. H., Berlin,
Alteisen - Vereinigung Oberschlesischer Hüttenwerke,
Berlin,
Eisenhandels-Gesellschaft m. b. H., Berlin,
Stahlformgußverband, Düsseldorf,
Stahlformgußverband der Oberschlesischen Werke, Gleiwitz,
Vereinigte Deutsche Radsatzwerke, Düsseldorf,
Vereinigte Deutsche Radeisenwalzwerke, Düsseldorf,
Drehstahl-Gemeinschaft, Eschweiler,
Gleitstuhl-Gemeinschaft, Plettenberg i. W.,
Vereinigung der rheinisch-westfälischen Bandeisenwalzwerke,
Schlebusch-Manfort.
Für Blech und Blechwaren:
Schiffbaustahl-Vereinigung, Essen-Ruhr,
Schwarzblech-Vereinigung, G. m. b. H., Cöln,
Weißblech-Kontor, bei J. H. Stein, Cöln,
Verband der Fabrikanten gebeizter Eisenbleche, Hagen
in Westfalen.
Oberschlesischer Qrobblechverband, Berlin,
') Einen solchen verzeichnet der Frankfurter Wirtschaftsbericht
für 1909, p. 287.