III. Kartell und Konjunktur.
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Je mehr Arbeitverlangende auf 100 offene Steilen, desto
mehr ist, wie m.an schließen darf, die „industrielle Reservearmee“
angeschwollen; je kleiner diese Verhältnisziffer wird,
desto restloser sind die lohnarbeitenden Massen vom Produktionsprozeß
aufgesogen. In vorstehender Übersicht, von
kleinen Schwankungen abgesehen, tritt der Aufschwung der
Konjunktur bis Januar 1900, dann wieder seit August 1902
greifbar zutage. So gut wie ausnahmslos bietet von da ab
imm,er derselbe Monat Jahr auf Jahr günstigere Ziffern,
bis Ende 1906 und Anfang 1907 überhaupt die von den Unternehmern
angebotenen Stellen die von den Arbeitern angebotenen
Arbeitskräfte überwiegen. Schon der Juli 1907 hätte
alsdann nach diesen statistischen Aufstellungen bereits die
erste Abbröckelung gegen das Vorjahr gebracht; seit Dezember
traten ernstlich große Abstände gegen das Vorjahr
auf, der Beginn der niedergehenden Wirtschaftskonjunktur.
Die durch das Steigen oder Fallen der Konjunktur bedingten
Schwankungen des Arbeitsmarktes und die bei einem
Tiefstand erreichte Arbeitslosigkeit sind aber wahrlich bedeutend
genug, um nach Mittel zu ihrer Bekämpfung Umschau
zu halten. Unter diesen Mitteln steht in einer auf
freier Bewegung der Individuen gegründeten Gesellschaftsordnung
wie der unsrigen an erster Stelle der Arbeitsnachweis,
dann an anderen Mitteln die Notstandsarbeiten, die Versicherung
gegen Arbeitslosigkeit (freiwillige Versicherung;
und Zwangsversicherung), der Sparzwang usw. 1 ).
Ab der Beschäftigungskonjunktur, mit wesentlich festeren Umrissen
zu versehen. Diese Ermittelungen der Arbeitsgesuche geben zwar keinen
direkten Aufschluß über die arbeitslosen Personen, bilden aber dock
einen Gradmesser der Arbeitslosigkeit.
Zunächst kommt hier in Betracht, die vom Jastrow-Calwerschen
„Arbeitsmarkt“ eingeführte, dann von der amtlichen Statistik
des „Reichsarbeitsblattes“ ebenfalls aufgenommene Vergleichung der
Arbeitsuchenden mit den offenen Stellen bei den öffentlichen Arbeitsnachweisen.
J ) Hierauf kann hier nicht weiter eingegangen werden. Nur über
den Arbeitsnachweis seiner Bedeutung halber einige Worte. Die Ausgestaltung
des Arbeitsnachweises ist lange Zeit sich selbst überlassen
geblieben, so daß sich eine sehr vielseitige Entwicklung ergeben hat,
sowohl in Hinsicht seines Bereiches wie seiner Träger. Bald umfaßt der
Nachweis nur bestimmte Fächer, bald ist er allgemein; bald ist er rein
örtlicher Natur, bald sucht er auch zwischen verschiedenen Gebieten
ausgleichend zu wirken; bald liegt er in den Händen gewerbsmäßiger
Vermittler, bald wird er von Arbeitgebern, Arbeitnehmern oder von