Full text : Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Kapitel  II.  Adam  Smith.

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Sachen,  die  den  Reichtum  vermehren.  Die  Anpassung-  des  Warenangebotes ­
  an  die  Nachfrage,  die  Verteilung  des  Geldes  gemäß  der
Bedürfnisse  des  Umlaufs,  das  von  der  gesellschaftlichen  Nachfrage
geregelte  Wachstum  der  Bevölkerung,  sind  alles  ebenfalls  ursprüngliche ­
  Erscheinungen,  die  das  gute  Funktionieren  der  wirtschaftlichen
Gesellschaft  sicherstellen.  So  ergibt  sich  für  den  Leser  aus  der  Darstellung ­
  Smxth’s  selbst  der  immer  wiederkehrende  Eindruck,  als  ob  die
selbstentstandenen  Einrichtungen  zur  gleichen  Zeit  die  besten  wären.
Außer  dieser  allgemeinen  Beweisführung,  die  sich  in  gewisser
Weise  über  das  ganze  Werk  erstreckt,  hat  Smith  in  einem  besonderem ­
  Punkte  die  Übereinstimmung  des  Privat-  mit  dem  Allgemein-Nutzen
  direkt  beweisen  wollen,  nämlich  mit  Hinsicht  auf  die  Anlage
von  Kapitalien.  Nach  seiner  Ansicht  suchen  und  finden  die  Kapitalien
von  selbst  die  dem  Gesellschaftsinteresse  günstigsten  Anlagen.  Seine
Beweisführung  scheint  sich  nur  auf  einen  bestimmten  Fall  zu  erstrecken. ­
  Sie  hat  aber  in  Wirklichkeit  eine  viel  allgemeinere  Bedeutung. ­
  Die  überwiegende  Rolle,  die  Smith  dem  Kapital  zuspricht,
ist  bekannt:  von  der  Ausdehnung  des  Kapitals  hängt  die  Arbeitsteilung ­
  ab  und  folglich  auch  die  Fülle  der  Produktion;  das  Kapital
lenkt  die  Arbeit  und  setzt  der  Bevölkerung  ihre  Grenzen.  Wenn
man  daher  beweisen  kann,  daß  die  Anlage  der  Kapitalien  in  völliger
Übereinstimmung  mit  dem  allgemeinen  Interesse  geschieht,  so  wird
hierdurch  auch  bewiesen,  daß  die  ganze  Produktion  in  der  Weise
organisiert  ist,  die  den  nationalen  Wohlstand  am  meisten  begünstigt.
Wie  geht  Smith  nun  hier  zu  Werke?
Er  unterscheidet  vier  Hauptanlageformen,  die  für  die  Kapitalien
in  Betracht  kommen:  Landwirtschaft,  Industrie,  Groß-  und  Kleinhandel. ­
  Er  unterscheidet  weiter  im  Großhandel  drei  Unterabteilungen:
den  Innenhandel,  den  Import-Außenhandel,  der  der  Nation
fremde  Waren  liefert,  und  den  Transporthandel  (carrying  trade),
der  die  Waren  eines  fremden  Landes  in  ein  anderes  fremdes  Land
führt.  Die  Reihenfolge,  in  der  wir  diese  verschiedenen  Tätigkeitsformen ­
  aufzählen,  ist  der  Rang  selbst,  den  Smith  ihnen  nach  ihrer
mehr  oder  weniger  großen  Nützlichkeit  für  ein  Land  einräumt.  Die
Landwirtschaft  ist  die  vorteilhafteste,  dann  kommt  die  Industrie,  dann
der  Innenhandel  und  so  fort.
Diese  Stufenleiter  stellt  Smith  auf  Grund  zweier  Kriteria  auf.
Erstens,  die  Menge  der  produktiven  Arbeit,  die  das  Kapital  in  Bewegung ­
  setzt;  zweitens,  die  Menge  der  tauschbaren  Werte,  die  jede
dieser  Tätigkeiten  jährlich  zum  Nationaleinkommen  beiträgt.  In  dem
Maße,  wie  man  von  der  Landwirtschaft  zu  den  anderen  Zweigen
übergeht,  wird  die  Menge  der  in  Bewegung  gesetzten  produktiven
Arbeit  und  der  erhaltenen  tauschbaren  Werte  stetig  geringer,  und
            
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