Full text : Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Kapitel  II.  Adam  Smith.

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b  Tratte,  6.  Ausg.,  S.  349.

und  die  von  1814,  vergleicht.  Man  sieht  da,  wie  von  einer  zur  anderen
das  Verständnis  dieses  Problems  sich  klärt  und  befestigt.
Diesem  sehr  richtigen  Gefühle  verdanken  wir  'die  von  Say  ausgeftihrte
  Auffassung  des  Mechanismus  der  Güterverteilung,  die  in
ihrer  klassisch  gewordenen  Form  der  Smith’s  und  der  der  Physiokraten
  weit  überlegen  ist.  Der  Unternehmer  wird  der  Mittelpunkt
der  ganzen  Verteilung*  Man  kann  diesen  Gedanken  wie  folgt  zusammenfassen ­
  :
Der  Mensch,  das  Kapital  und  der  Boden  liefern  das,  was  Say
produktive  Dienste  (Services  productifs)  nennt.  Diese  auf  den
Markt  gebrachten  Dienste  werden  gegen  Lohn,  Zinsen  oder  Pacht
getauscht.  Sie  werden  von  den  industriellen  Unternehmern  (Kaufleuten, ­
  Landwirten,  Fabrikanten)  nachgefragt  und  zwar  zweckmäßig  in
der  Art,  daß  die  Nachfrage  nach  Produkten,  die  von  dem  Verbraucher
ausgeht,  befriedigt  werden  kann.  „Die  industriellen  Unternehmer  sind
sozusagen  nur  die  Vermittler,  die  zu  den  für  irgendein  Produkt  notwendigen ­
  produktiven  Diensten  auffordern,  und  zwar  im  Verhältnis
der  Nachfrage  nach  diesem  Produkt.“  So  entsteht  die  Nachfrage  nach
produktiven  Diensten,  die  „eine  der  Grundlagen  des  Wertes  dieser
Dienste“  ist.  —  „Andererseits  bieten  sich  die  Produktionskräfte,
Menschen  und  Dinge,  Grundstücke,  Kapitalien  oder  fleißige  Leute  in
mehr  oder  weniger  großer  Menge  auf  Grund  verschiedener  Beweggründe ­
  an  .  .  .  und  bilden  so  die  andere  Basis  des  Wertes,  der  sich
für  diese  selben  Dienste  ergibt 1 ).“  Daher  beherrscht  das  Gesetz  des
Angebotes  und  der  Nachfrage  den  Preis  der  Dienste,  d.  h.  die  Höhe
der  Pacht,  der  Zinsen  und  des  Lohnes,  genau  so,  wie  es  den  Preis  der
erzeugten  Güter  beherrscht.  Dank  dem  Unternehmer  verteilt  sich
der  Wert  der  Produkte  zwischen  den  „verschiedenen  produktiven
Diensten“,  und  die  verschiedenen  Dienste  verteilen  sich  je  nach  dem
Bedarf  zwischen  den  Industrien.  Die  Theorie  der  Verteilung  fügt
sich  harmonisch  der  Theorie  des  Austausches  und  der  Produktion  an.
Dieses  so  einfache  Schema  der  Güterverteilung  stellte  einen
■wirklichen  Fortschritt  dar.  Zunächst  ist  es  viel  genauer  als  das  der
Physiokraten,  wo  die  materiellen  Produkte  sich  zwischen  den  Klassen
und  nicht  zwischen  den  Individuen  austauschten.  —  ‘  Es  gestattet
weiterhin,  die  Entlohnung  des  Kapitalisten  von  der  des  Unternehmers,
den  A.  Smith  mit  jenem  zusammenwirft,  zu  trennen."  Unter  dem  Vorwände, ­
  daß  der  Unternehmer  meistenteils  ein  Kapitalist  ist,  betrachtet
der  schottische  Nationalökonom,  dem  hierin  fast  alle  englischen  Schriftsteller ­
  folgen,  beide  als  einen  Begriff  und  bezeichnet  mit  dem  Worte
»Profit“  den  Gesamtgewinn,  ohne  scharf  zwischen  den  Zinsen  der
            
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