Full text : Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Zweites  Buch.  Die  Gegner.

zwei  verschiedene  Sprachen  gebrauchten.  Wir  werden  versuchen,  siezu
  definieren,  um,  wenn  irgend  möglich,  den  Leser  in  dem  Wirrwarr
der  Lehren  zu  orientieren,  im  Augenblick,  in  dem  sich  die  Wegteilung
zwischen  den  beiden  großen  Eich  tun  gen  des  wirtschaftlichen  Denkens
vollzieht.
a)  Adam  Smith,  Ricaudo  und  J.-B.  Sat  haben  das  Bereich  der
Nationalökonomie  klar  von  dem  der  sozialen  Organisation  getrennt.
Wie  wir  schon  gesagt  haben,  ist  für  sie  das  Eigentum  eine  soziale'
Tatsache,  die  sie  ohne  Erörterung  als  gegeben  annehraen 1 ).  Die  Art
seiner  Verteilung  und  seiner  Übertragung,  die  Ursachen,  auf  denen
es  beruht,  die  Folgen,  die  sich  aus  ihm  ergeben,  bleiben  außerhalb
ihrer  Untersuchungen.  Unter  Güterverteilung  oder  Güterausteilung
verstehen  sie  einfach  die  Verteilung  des  jährlichen  Einkommens:
unter  die  Faktoren  der  Produktion.  Das,  was  sie  interessiert,  ist
die  Art  und  Weise,  in  der  sich  die  Höhe  der  Zinsen,  der  Pacht  und
des  Lohnes  festsetzt.  Ihre  Verteilnngstheorie  ist  nichts  anderes  alseine
  Theorie  des  Preises  der  „Dienste“.  Sie  kümmert  sicli  nicht  um
die  Einzelpersonen;  das  gesellschaftliche  Erzeugnis  verteilt  sich
nach  ihrer  Ansicht  auf  Grund  notwendiger  Gesetze  unter  unpersönliche ­
  Faktoren:  den  BODEN,  das  KAPITAL  und  die  ARBEIT..
Hin  und  wieder  personifizieren  sie  diese  Faktoren  für  die  Bequemlichkeit ­
  der  Erörterung  (wenn  sie  von  Grundbesitzern,  Kapitalisten ­
  und  Arbeitern  sprechen),  was  aber  an  der  Sache  selbst  nichts
ändert.
Für  die  Saint-Simonisten  und  für  die  Sozialisten  besteht  das
Problem  der  Güterverteilung  hauptsächlich  darin,  zu  wissen,  wie  sich
das  Eigentum  unter  die  Menschen  verteilt.  Warum  sind  gewisse
Menschen  Eigentümer,  und  whrum  sind  es  andere  nicht?  Warum
sind  die  Arbeitsmittel,  der  Boden  und  das  Kapital  so  ungleichmäßig
verteilt?  Warum  sind  die  individuellen  Einkünfte,  die  sich  aus
dieser  Verteilung  ergeben,  ungleich?  An  die  Stelle  der  Untersuchung ­
  abstrakter  Produktionsfaktoren  stellen  die  Sozialisten  die
Betrachtung  lebender  Individuen  oder  der  sozialen  Klassen
und  der  Beziehungen,  die  das  positive  Recht  zwischen  ihnen  herstellt.
Diese  beiden  Auffassungen  der  Güterverteilung  und  die  beiden  so
grundverschiedenen  Probleme,  die  darauf  beruhen,  —  das  eine  rein

x )  „Die  meisten  Ökonomisten,  und  besonders  Say,  der  sie  beinahe  alle  zusammenfaßt,
  betrachten  das  Eigentum  als  eine  bestehende  Tatsache,  deren  Ursprung
und  Fortschritt  sie  nicht  weiter  untersuchen  und  deren  soziale  Nützlichkeit
sie  sich  nicht  einmal  zu  finden  bemühen  Die  Arbeiten  der  englichen  Volkswirtschaftler ­
  sind  noch  weiter  von  jedem  Gedanken  an  eine  soziale  Ordnung  entfernt“
(Doctrine,.  S.  221  u.  223).  Die  Saint-Simonisten  nehmen  von  dieser  Beurteilung;
nur  Sismondi  und  Tubgot  aus.
            
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