Full text : Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Zweites  Buch.  Die  Gegner.

nommen  in  den  seltenen  Fällen,  wo  ein  kooperatives  Restaurant  der
kooperativen  Niederlage  angeschlossen  ist.
Aber  die  Phalange  ist  nicht  nur  eine  V  er  brauchsgenossen  schaff,
sie  ist  zur  gleichen  Zeit  Produktionsgenossenschaft.  Zu  diesem
Zwecke  besitzt  das  Phalanstere  rings  um  den  Palast,  der  als
Wohnung  dient,  ein  Landgut  von  ungefähr  400  Hektar,  mit  den  Wirtschaftsgebäuden ­
  und  den  Industrieeinrichtungen,  die  nötig  sind,  um
alle  Bedürfnisse  der  Einwohner  zu  decken.  Es  ist  eine  kleine  Welt,,
die  sich  seihst  genügt,  ein  Mikrokosmus,  der  alles  das,  was  er  verbraucht, ­
  produziert,  und  alles  das,  was  er  produziert,  verbraucht;  er
tauscht  nur  in  Ausnahmefällen  solche  Dinge,  die  er  im  Überfluß  besitzt, ­
  gegen  solche,  an  denen  er  Mangel  hat,  von  anderen  Phalangen
ein.  Die  Phalange  ist  in  der  Form  einer  Aktiengesellschaft  gebildet.
Das  Privateigentum  ist  daher  keineswegs  abgeschafft:  es  wird  nur
in  Aktieneigentum  verwandelt,  eine  Umformung,  die  nichts  Sozialistisches ­
  hat,  sondern  die  im  Gegenteil  durchaus  kapitalistisch  ist.
Molinaei  empfahl  sie  noch  neuerdings  und  wünschte  ihre  allgemeine
Ausbreitung.  Fodeibb  kommt  ihm  darin  um  dreiviertel  Jahrhunderte ­
  zuvor.  Mit  einem  für  die  Zeit,  in  der  er  schreibt,  äußerst  bemerkenswerten ­
  Scharfsinn  —  denn  damals  waren  Aktiengesellschaften
noch  sehr  selten  —  zählt  er  die  Vorzüge  dieser  Entwicklung  des.
Eigentums  auf  und  behauptet  sogar,  daß  „eine  Aktie  einen  bedeutend ­
  wirklicheren  Wert  vorstellt,  als  heute  Grundbesitz  und  Geld“..
Was  die  Dividenden  anlangt,  die  Fotjeiee  höchst  freigebig  verspricht, ­
  so  werden  sie  unter  alle  Aktionäre  verteilt,  aber  nach
welcher  Regel?  Wird  diese  Verteilung  nur  nach  der  Anzahl  der
Aktien  geschehen,  wie  es  heute  der  Grundsatz  aller  Handels-  und
Finanzgesellschaften  ist?
Nicht  so  ganz  und  gar.  Sicherlich  bleibt  dem  Kapital  ein  guter
Teil,  ein  Drittel  des  Gewinnes,  4 / 12 ,  die  Arbeit  aber  erhält  ®/ 12  und
das  Talent  s / 12 .  Was  soll  nun  unter  Talent  verstanden  werden?’
Die  Leitung,  und  zwar  übertragen  durch  Wahl!  Dies  setzt  voraus,,
daß  man  den  Fähigsten  erwählen  wird.  Die  Unsicherheit  dieser
Voraussetzung  scheint  Fotjeiee  nicht  weiter  gestört  zu  haben;  man
hatte  damals  noch  nicht  die  Erfahrung  des  allgemeinen  Wahlrechtes
und  konnte  noch  glauben,  daß  innerhalb  einer  so  kleinen  Gruppe  die
Wahl  mit  größerer  Sicherheit  vor  sich  gehen  würde.
Als  Produktivgenossenschaft  findet  sich  die  Phalange  von  gewissen ­
  Arbeitervereinen,  die  diesen  Namen  tragen,  verwirklicht.  Sie
verteilen  den  Gewinn  ungefähr  nach  der  arithmetischen  Formel
Foueiee’s  ’).  Deshalb  haben  sie  auch,  um  darauf  hinzuweisen,  daß

‘)  Wir  wollen  hauptsächlich  von  denjenigen  Assoziationen  sprechen,  deren  Vorbild
die  der  Maler,  die  sog.  Assoziation  Le  Travail  unter  der  Leitung  Büisson’s  ist.  Die
            
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