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Drittes Buch. Der Liberalismus.
Wissenschaft zu unterscheiden: er hielt es für äußerst wichtig, diese
beiden Bereiche streng zu trennen. Während langer Zeit übte er
eine Art „schulmeisterlicher“ Oberaufsicht aus, und er war es, der in
dem Journal desEconoraistes den jungen Volkswirtschaftlern
die Rute gab, wenn sie sich zu emanzipieren versuchten, während zur
selben Zeit Maurice Block die Veröffentlichungen der deutschen Schule,
die damals ihren Anfang nahm, analysierte und scharf kritisierte.
Wir bedauern, Frankreich nicht das „Precis de la Science
economique et de ses principales applications“ (Dar
legung der Wissenschaft von der Volkswirtschaft und ihrer haupt
sächlichsten Anwendungen) von Chebbuliez zusprechen zu können,
ein Werk, das 1862 erschien, denn sein Verfasser war Schweizer und
erst in Genf, später in Zürich Professor. Gossa erklärt in seiner
„Hi s toi re“, daß es „ohne allen Zweifel das beste in französischer
Sprache veröffentlichte Werk sei, und wohl auch höher stehe, als das
von Stuart Mill“. Es ist sicher, daß dieses Buch etwas Besseres
verdiente, als das mittelmäßige und nur kurze Aufsehen, das das
Schicksal ihm bestimmte. Doch läßt sich das daraus erklären, daß es,
obwohl in jeder Weise auf ernsthaften Grundlagen beruhend, doch
viel weniger beredt und anregend ist, als das Buch Stuart Mill’s.
Cheebulxez gehört der klassischen Schule an. Er bekämpfte den
Sozialismus durch Broschüren in der Art Bastiat’s und verteidigte
die liberale Lehre und die deduktive Methode. Bei alledem kann er,
ebenso wie die beiden Mill vor ihm — und wie Walras, Spencer,
Laveleye, Henry George und viele andere nach ihm — doch nur
mit einigen Gewissensbedenken den Grundbesitz mit dem indi
vidualistischen Prinzip „einem jeden das Produkt seiner Arbeit“ in
Übereinstimmung bringen. Und wenn er sich resigniert damit ab
findet, ihn anzuerkennen, so liegt das mehr daran, daß er ihn für
ein geringeres Übel hält als den Gemeinschaftsbesitz am Boden.
In Deutschland hatte die liberale Schule, unmittelbar bevor sie
von der historischen Schule fortgefegt wurde, noch einige Vertreter.
Peince Smith (englischer Abstammung) verteidigte dort den Frei
handel und lehrte, daß „die Annahme widersinnig sei, es gebe über
haupt eine soziale Frage, und noch widersinniger, daß sie, sollte man
annehmen, es gäbe wirklich eine solche Frage, durch irgend etwms
anderes, als den natürlichen Lauf der Dinge, gelöst werden könne.“
Weniger doktrinär und mehr reformatorisch begann ScnuLZE-Delitzsch
ungefähr im Jahre 1850 die Bewegung, die trotz der Spöttereien
Lassalle’s sich so großartig in tausenden von Kreditgenossenschaften
ausbreiten sollte, aus der aber bis heute nur die Mittelklassen (kleine
Kaufleute, Handwerker und Bauern) Gewinn gezogen haben.