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Viertes Buch. Die Abtrünnigen.
genommen. Die verschiedensten Schriftsteller sind übereingekommen,
diese Fragen der Methode als nebensächlich auszuscheiden und diesen
Streit, bei dem die Wissenschaft nicht viel gewonnen hat, zu ver
gessen. Es ist der Mühe wert, am Schlüsse dieses Absatzes auf die
Meinungen einiger Gelehrter hinzuweisen, die sehr verschiedene Rich
tungen vertreten, aber doch in dieser Hinsicht ungefähr gleich denken.
„Die Diskussionen über die Methode“, sagt Paeeto, „sind ein reiner
Zeitverlust; der Zweck der Wissenschaft ist die Erkenntnis der
Gleichmäßigkeit der Tatsachen, und infolgedessen kommt es darauf an,
irgendeinem Weg zu folgen, irgendeine Methode anzuwenden, die
diesem Ziele näher fuhrt.“*) „Wir werden stets nebeneinander Arbeiter
brauchen“, sagt Maeshall, „die verschiedene Fähigkeiten haben und
verschiedene Ziele verfolgen, von denen die einen sich hauptsächlich
der Beobachtung von Tatsachen widmen, die anderen der wissen
schaftlichen Analyse ..alle Arbeitsweisen, die darauf hinzielen, die
Verbindung zwischen Ursache und Wirkung zu entdecken, wie sie
in den verschiedenen Abhandlungen über wissenschaftliche Logik
beschrieben sind, müssen eine nach der anderen von den Volks
wirtschaftlern angewendet werden“ 2 ). — Nach diesen Schriftstellern,
die hauptsächlich die deduktive Methode gebrauchen, wollen wir jetzt
Anhänger der historischen Schule zu Worte kommen lassen. Als
erster hat Schmollee an einer Stelle gesagt: „Wie der rechte und
der linke Fuß zum Gehen, so gehören Induktion und Deduktion
gleichmäßig zum wissenschaftlichen Denken“ 3 ). Bemerkenswerter ist
vielleicht die Meinung eines Volkswirtschaftlers — Büchee’s —, dem
die historische Schule einige ihrer selbständigsten Beiträge ver
dankt. „Es ist darum mit großer Genugtuung zu begrüßen, wenn
nach einer Periode emsiger Stoffsammlung in neuerer Zeit die Pro
bleme der modernen Verkehrswirtschaft mit Eifer wieder aufgenommen
worden sind, und wenn die Berichtigung und der weitere Ausbau
des alten Systems auf demselben Wege versucht wird, auf dem dieses
entstanden ist, nur mit Benutzung eines viel reicheren Tatsachen
materials. Denn es gibt in der Tat keine andere For
schungmethode, mit welcher man der komplizierten
’) Parbto, Manuale di economia politica, Mailand, 1906 S. 24.
2 ) Marshall, Principles of economics, 4. Ausg., B. I, Kap. VI.
s ) Schmollee im Handwörterbuch der Staatswissenschaften,
(Conrad) Artikel: Volkswirtschaft. Jena 1911, Verlag G. Fischer, 8. Bd. S. 478,
Sp. 2, Reihe 2. In seinem Grundriß liest man noch: „Diejenigen, welche in der
neueren deutschen Nationalökonomie als Vertreter induktiver Forschung gelten, be
kämpfen nicht die Deduktion überhaupt, sondern nur die aus oberflächlichen unzu
reichenden Prämissen, welche sie glauben, auf Grund besserer Beobachtung durch
genauere Obersätze ersetzen zu können“ (Bd. I, S. 111). Von diesem Gesichtspunkt
aus kann ihm jeder zustimmen.