Full text : Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Viertes  Buch.  Die  Abtrünnigen.

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bewundern  das  große  Werk,  das  er  durcligefiihrt  hat.  Sie  sind  ihm
für  die  wirklich  revolutionäre  Rolle  (so  drücken  sie  selbst  sich  aus),
die  er  gespielt  hat,  unendlich  dankbar,  wie  auch  dafür,  daß  er  das
Nest  so  gut  hergerichtet  hat,  in  dem  der  Kollektivismus  sich,  fast
ohne  etwas  daran  ändern  zu  müssen,  wird  einrichten  können  1 ).
Jedoch  erheben  dieMarxisten  gegen  eben  diese  Ökonomisten  der  klassischen ­
  Schule  eine  große  Anklage.  Sie  werfen  ihnen  vor,  nicht  erkannt
zu  haben  —  weil  sie  nämlich  ein  konservatives  und  bürgerliches  Interesse
daran  hatten,  es  nicht  zu  sehen,  —  wie  relativ  und  vorübergehend  der
Charakter  der  sozialen  Ordnung,  die  sie  studierten,  sei.  Glaubten  und
lehrten  sie  doch  z.  R,  daß  das  Eigentum  und  das  Lohnsystem  endgültige
Einrichtungen  wären!  Sie  haben  sich  eingebildet,  daß  die  Welt  für
immer  in  dem  jetzigen,  dem  bürgerlichen  Zustande  bleiben  würde
•  und  haben  sich  gegen  die  Erkenntnis  verschlossen,  daß  er  nur  eine
„historische  Kategorie“  sei,  die  vergehen  wird,  wie  die  anderen 2 ).
b)  Von  den  früheren  sozialistischen  Schulen  unterscheidet  sich  der
Marxismus  dadurch,  daß  er  jeden  ideologischen  Gedanken  an  Gerechtigkeit ­
  und  Brüderlichkeit  absichtlich  ausschaltet,  die  einen  so  großen  Platz
in  der  französischen  sozialistischen  Bewegung  eingenommen  hatten.  Es
handelt  sich  nicht  darum,  zu  wissen,  was  am  gerechtesten  sein  wird,
sondern  einfach  um  die  Kenntnis  dessen,  was  sein  wir  d.  —  „Die  theoretischen ­
  Sätze  der  Kommunisten  beruhen  keineswegs  auf  Ideen,...  sie
sind  nur  allgemeine  Ausdrücke  tatsächlicher,  gegebener  Verhältnisse 3 ).'“
Und  nicht  nur  im  Bereich  der  Volkswirtschaft  legen  sie  den  Tatsachen ­
  eine  so  überwiegende  Bedeutung  bei:  das  Gleiche  gilt  für  sie  auch
zur  Erklärung  aller  sozialen  Beziehungen,  sogar  derjenigen,  die  sozusagen
von  erster  Ordnung  sind,  der  Politik,  der  Literatur,  der  Kunst,  der  Moral,
der  Religion.  Alle  lassen  sich  durch  Tatsachen  des  Wirtschaftslebens
erklären;  zunächst  durch  die,-  die  mit  der  Produktion  in  Beziehung
stehen,  und  unter  diesen  wieder  im  besonderen  durch  die,  die  die  dt  o
an  seiner  Selbstzerstörung,  was  doch  wirklich  das  non  plus  ultra  eines  revolutionären ­
  Charakters  ist!
')  „So  hat  der  Kapitalismus  die  Fragen  gelöst,  für  die  die  Utopisten  umsonst
vollständig  eitle  Lösungen  suchten;  so  hat  er  Bedingungen  geschaffen,  die  den
Übergang  zu  einer  neuen  sozialen  Form  gestatten  werden;  der  Sozialismus  braucht
weder  neue  wissenschaftliche  Werkzeuge  zu  erfinden,  noch  die  Menschen  ihren
Gebrauch  zu  lehren“  usw.  (Sokbl,  Decomposition  du  marxisme,  8.  41).
2 )  Für  die  Yolkswirtschaftler  „sind  die  Institutionen  des  Feudalismus  künstliche
Institutionen,  die  der  Bourgeoisie  natürliche.  Somit  sind  diese  Verhältnisse  (die  der
bürgerlichen  Produktion)  selbst  von  dem  Einflüsse  der  Zeit  unabhängige  Naturgesetze.
Es  sind  ewige  Gesetze,  welche  stets  die  Gesellschaft  zu  regieren  haben.  Somit
hat  es  eine  Geschichte  gegeben,  aber  es  gibt  keine  mehr“  (Marx,
Misere  de  la  Philosophie,  deutsch  von  En.  Bernstein  und  K.  Kadtsky,  Elend
der  Philosophie,  Stuttgart  1886,  S.  115).
^Kommunistisches  Manifest,  S.  18.
            
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