Kapitel I. Die Hedonisten.
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Wenn die Hedonisten sehr zurückhaltend in bezug- auf die Möglich
keiten einer Verwirklichung ihrer wirtschaftlichen Welt sind, so sind
sie im Gegensatz dazu äußerst bestimmt, vielleicht etwas zu sehr, wo
die Vorzüge ihrer Methode in Betracht kommen, und in diesem Punkte
sind sie nicht von einem gewissen dogmatischen Stolz frei, der große
Ähnlichkeit mit dem der ntopistischen Sozialisten hat. Man glaubt
Foueiee zu hören, wenn man liest, daß „das, was man in der National
ökonomie gefunden hat, nichts im Vergleich zu dem ist, was man
späterhin wird entdecken können“, (wobei zu verstehen ist: durch
die mathematische Methode) J ), oder daß die neuen Theorien über die
Produktionskosten für die Nationalökonomie ebenso grundlegend sind,
wie es die Ersetzung des ptolemäischen Systems durch das des
Kopernikus für die Astronomie war“ * 2 3 ). Weiter oben sahen wir, wie
das Gleichgewichtssystem Waleas’ mit dem Newton’s verglichen
wird. Zwischen diesem Ehrgeiz und den erzielten Ergebnissen besteht
ein nicht unbedeutendes Mißverhältnis. Bei aller Anerkennung der
wirklichen Dienste, die die mathematische und die österreichische
Schule der Wissenschaft geleistet haben, und indem wir gern zugeben,
daß sie in der Geschichte der Doktrinen einen Abschnitt bezeichnen
der unvergeßlich bleiben wird, glauben wir dieses Kapitel doch nicht
besser abschließen zu können als mit den Worten eines Volkswirt
schaftlers, der, selbst ein Meister dieser und der klassischen Schule,
eine gewisse Berechtigung hat, über sie zu urteilen 8 ): „Die glücklichsten
Anwendungen der Mathematik auf die Nationalökonomie sind die, die
kurz und einfach sind, die wenige Zeichen verwenden, und deren
Zweck es ist, eher einen Lichtstrahl auf irgendeinen Einzelpunkt der
unabsehbar großen wirtschaftlichen Welt zu werfen, als sie in ihren
unendlichen Verwicklungen darzustellen.“
rechtigung des Gebrauches der historischen oder sogar der biologischen Methode.
Nur können die Anderen nicht Anspruch darauf erheben, eine exakte Wissenschaft zu
schaffen. Professor Mabshall erklärt ausdrücklich, die biologische Methode vorzuziehen,
und die Verwendung von Diagrammen und Kurven als Darstellung der wirtschaftlichen
Tatsachen so viel wie möglich zu vermeiden (Economic Journal, März, 1898, S. 50).
*) V. Pareto, Giornali degli Bconomisti, Sept. 1901.
2 ) The Austrian Economists, op. cit. — Dagegen schreibt ein Anhänger
dieser Schule, Landet: „Heute kann man die Tätigkeit der österreichischen Schule
als fast erschöpft ansehen“ (L’Ecole economique autrichienne, in der
Rivista di Scienza, Mailand, 1907). — Nach 35 Jahren! Ist das nicht ein recht
kurzes Leben!
3 ) Mabshall, Distribution and Exchange, Economic Journal, März 1898.