Full text: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Erstes Buch. Die Begründer. 
Und in der Tat, der Schutz dieser natürlichenOrdnung 
gegen alle tempelschänderischen und unwissenden Hände, die ihr 
irgendwie Schaden zufügen wollen, und im besonderen der Schutz 
dessen, was ihre Grundlage ist, des Eigentums in allen seinen Formen, 
das ist die erste und bedeutendste Funktion des Herrschers. „Die 
gesetzliche Ordnung besteht in dem Besitzrecht, das von der Kraft 
einer schützenden und herrschenden Autorität den in der Gesellschaft 
vereinigten Menschen sichergestellt und garantiert wird 1 ).“ 
Der Unterricht ist die zweite dieser Funktionen, und die 
Physiokraten legen auf diesen Punkt ganz besonderes Gewicht. „Der 
allgemeine Unterricht ist das erste und das wahre gesellschaftliche 
Band“ sagt Baudeaxi. Und Qxjesnay empfiehlt besonders den Unter 
richt, der sich mit der Existenz der natürlichen Ordnung und den 
Mitteln ihrer Erkenntnis befaßt. Hierfür geben sie übrigens als 
Grund an, daß der Unterricht aller Bürger, eine aufgeklärte öftent- 
liche Meinung, das einzige Mittel sei, um zu verhindern, daß der 
physiokratische Despotismus in persönlichen Despotismus entarte. 
Wie Quesnay sagt, ist es die öffentliche Meinung; die das Schwert 
führt. Daher muß sie urteilsfähig sein. 
Auch die öffentlichen Arbeiten werden von den Physio 
kraten als eine Teilaufgabe des Staates bezeichnet; — muß ein guter 
Besitzer nicht zuerst für gute Wege auf seinen Besitzungen sorgen? 
— denn gute Wege und Kanäle sind ganz besonders wichtig, um 
den Grund für die Ertragsfähigkeit eines Besitztumes zu legen- 
Sie sind eine Art Grundvorschüsse, ähnlich denen der Grundbesitzer. 
Das ist ungefähr alles 2 ). Diese Aufzählung der Funktionen des 
Staates bleibt dieselbe, ohne viel verbessernde Pinselstriche, für die 
ganze liberalökonomische Schule bis auf Bastiat und Molinari. Wh’ 
können als letztes noch erwähnen, daß, ebenso wie späterhin die 
Nationalökonomen der liberalen Schule, die Physiokraten sich voll' 
ständig als Internationalisten gebärdeten. Hierin unterscheiden sie 
sich von ihren Freunden, den fremdenhassenden Chinesen. Nicht nxxi’ 
erklären sie vom wirtschaftlichen Gesichtspunkte aus, „daß man all 6 
Unterschiede zwischen den Völkern beiseite schieben muß“, sondern 
sie fürchten auch vom politischen Gesichtspunkt aus gerade den 
Patriotismus 3 * * ). Es ist eigentümlich, daß die heutigen Friedens- 
1 ) Dupont I, S. 22. 
2 ) „Tukgot jedoch, der viel weniger landwirtschaftlich gesinnt war, als 
Physiokraten, billigt ebenfalls gewisse königliche Privilegien, um die Errichtung vo* 1 
Fabriken zu begünstigen“ (CE uv res I, S. 360). 
s ) „Man hat die Völker als in einem beständigen Kriegszustand untereinander 
hingestellt; dieses unglückliche Vorurteil hat man sozusagen geheiligt und dara llä 
eine Tugend gemacht, die Patriotismus genannt wird“ (Baudbau, S. 808). 
Er bezeichnet als die drei Kardinalfehler der Staaten besonders die, die d e ®
	        
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