thumbs : Oekonomik der Transformationsperiode

während  Marx  die  Produktivität  der  gesellschaftlichen  Arbeit  als
Produktivkraft  bezeichnet,  weist  er  wiederholt  darauf  hin,  daß
die  Arbeitskraft  die  grundlegende  Produktivkraft  der  Gesellschaft ­
  ist.
Wie  dem  auch  sei,  es  ist  klar,  daß,  wenn  man  auf  den  ersten
Stufen  der  Untersuchung  mit  einem  unbestimmten  Begriff
operieren  kann,  sich  im  späteren  Verlauf  die  Unexaktheit  dieses
Begriffes  fühlbar  macht.
Vor  allem:  worin  besteht  der  Sinn  dieses  Begriffes?  Wenn
man  von  Produktivkräften  spricht,  will  man  damit  den  Grad
der  Herrschaft  des  Menschen  über  die  Natur,  den  Grad  der
Beherrschung  der  Natur  kennzeichnen.  Namentlich  dadurch
wird  ja  letzten  Endes  der  Grad  der  erreichten  Entwicklung
bestimmt.  Von  diesem  Standpunkt  aus  muß  man  vor  allem  die
Frage  betrachten,  in  welcher  Beziehung  Marx’  Definitionen  zueinander ­
  stehen.  Rodbertus  empfiehlt,  diese  beiden  Begriffe
streng  auseinander  zu  halten.  In  seiner  Arbeit:  „Zur  Beleuchtung ­
  der  sozialen  Frage“  schreibt  er:  „Produktivkraft  und
Produktivität  sind  wohl  zu  unterscheiden,  Produktivität  bedeutet ­
  die  Wirksamkeit  oder  Fruchtbarkeit  der  Produktivkraft.
Werden  statt  10  Arbeiter  20  Arbeiter  beschäftigt,  statt  einer
Maschine  von  einem  gewissen  Grad  der  Wirksamkeit  zwei  der
gleichen  aufgestellt,  so  ist  die  Produktivkraft  noch  einmal  so
hoch  gestiegen;  bringen  10  Arbeiter  soviel  hervor  wie  bisher  20,
oder  hat  eine  Maschine,  die  nicht  mehr  kostete  als  eine  andere,
doch  den  doppelten  Grad  der  Wirksamkeit  von  dieser,  so  ist
die  Produktivität  noch  einmal  so  hoch  gestiegen.  Arbeit  ist
auch  hier  der  letzte  Maßstab.  Größere  Summen  von  Arbeit
sind  größere  Produktivität,"'*)  Aus  dieser  Fragestellung  geht
*)  G,  Rodbertus  -  Jagetzow:  „Zur  Beleuchtung  der  sozialen  Frage”,
Berlin  1890,  S.  60—61,  Vergl.  auch  die  Literatur  über  Produktivkräfte  im
Kapitel  III  dieser  Arbeit.
            
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