57. Oie Sanktionen der Börse auf dem Rapitalmarkt. 239
Oie Anziehungskraft auf das Publikum wird aber erfahrungsge
mäß nur dann geübt, wenn die Rurse gestiegen sind. Oie weitgehende
Rurspublizität macht das Publikum auf die Rurssteigerung geradezu
aufmerksam. Jene Börsenmitglieder, die sich ausschließlich auf das
Effektenkommissiongeschäft beschränken, haben ein überwiegendes In
teresse daran, eine Kufwärtsbewegung hervorzurufen, um das Publi
kum für die Börse zu interessieren. Oie Börse arbeitet nicht regel
mäßig, sondern stoßweise und darum muß eine Ronzentrierung der
Emissionen jener Werte, welche in erster Linie aus das Börsenplacement
angewiesen sind, in der Zeit der intensiven Hausse vorgenommen wer
den. Oie Eignung der Werte in die Börsenbewegung eingezogen zu
werden, wird durch drei Momente erhöht.
1. Oem Handel muß ein großes Paket von Effekten zur Ver
fügung stehen. Zn Werten kleineren Umfangs oder in Effekten, von
denen der größte Teil in festen Händen bleibt, kann sich nicht leicht
ein lebhafter Verkehr entwickeln. An allen Börsen ist ein Mindestnominal
kapital als Bedingung der Zulassung erforderlich, dessen hohe mit der
Große der Börse zunimmt. Aber auch von den notierten Werten ist
nur ein Teil und zwar nur die größeren in lebhaftem Verkehr. Oie
nicht im Terminhandel umgesetzten Effekten haben zumeist einen un
verläßlichen und zu größeren Umsätzen wenig geeigneten Markt. Große
Unternehmungen sind ihrem ganzen Wesen nach auch ungleich leichter
geeignet, die Phantasie anzuregen, wegen der Art ihres Geschäfts
betriebs auf einen ansehnlichen Rreis des Publikums zu wirken,
da ihr Name leichter bekannt wird. Seit ihrem Bestehen haben die
Effektenbörsen große Unternehmungen begünstigt und verglichen mit
dem Wachstum des allgemeinen Rapitalreichtums, ist der Umfang der
Gesellschaften die im Vordergrund der Börsebewegung stehen, eher
kleiner als größer geworden. Ze weiter der Räufer vom Wirkungs
gebiet des Unternehmens, dessen Werte er kauft, entfernt ist, desto
großer muß das Rapital des Unternehmens sein.
2. Ein Schwanken des Erträgnisses begünstigt den Börsenverkehr.
Effekten mit stets gleichbleibendem Ertrag werden in die Rubrik der
Zinswerte eingereiht und verlieren bald die Eignung der Anziehungs
kraft auf das Publikum in der Haussezeit.
3. Ein Effekt schmiegt sich der Börsebewegung umso leichter an,
je mehr seine Ertragschwankungen die Wirkung der Gesamtkonjunktur
des nationalen Wirtschaftslebens widerspiegeln. Oie Börse und ihr
Publikum benötigen Standardpapiere, die man generell ohne nähere
Renntnis der Verhältnisse kaufen kann, wenn man annimmt, daß die