Full text : Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Kapitel  II.  Adam  Smith.

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Geschichtsschreiber  unserer  Zeit“  '),  und  seit  1772  stand  er  mit  ihm  in
einem  engen  und  intimen  Verhältnis.  Hume  hat  nur  einige  ökonomische
Aufsätze  veröffentlicht:  die  bedeutendsten  beziehen  sich  auf  das  Geld,
auf  den  Außenhandel  und  den  Zinsfuß.  Sie  sind  mit  mehreren
anderen  in  seinen  Political  discourses 2 )  (1752)  vereinigt.  Hume
hat  die  Untersuchungen  dieser  Gegenstände  mit  der  Schärfe,  Ursprünglichkeit, ­
  Einsicht  und  Klarheit,  die  seine  anderen  Werke  auszeichnen, ­
  geführt.  Die  Unsinnigkeit  der  merkantilistischen  Politik,
^ie  natürliche  Anpassung  der  Geldmenge  an  die  Bedürfnisse  eines
jeden  Landes,  die  merkantilistischen  Sophismen  über  die  „Handelsbilanz“, ­
  die  verderblichen  Folgen  der  Handelseifersucht  zwischen  den
Völkern  werden  von  ihm  mit  bewunderungswürdigem  Nachdruck  dargestellt. ­
  Es  kann  keinem  Zweifel  unterliegen,  daß  diese  Aufsätze,
die  Smith  in  seinen  Vorlesungen  in  Glasgow  zitiert  und  für  deren  zweite
Ausgabe  Hume  seinen  Kat  eingeholt  hatte,  einen  großen  Eindruck
aut  ihn  gemacht  haben.  Allerdings  ist  er  späterhin  über  den
Liberalismus  Hume’s  hinausgegangen;  dieser  gab  in  seinem  Aufsatz
hber  die  Handelsbilanz  noch  die  Berechtigung  gewisser  Schutzzölle
Zu >  die  Smith  später  völlig  verwarf.  Aber  Hume  hat  nichtsdestoweniger ­
  die  Anregung  gegeben.
Übrigens  erhoben  sich  in  betreff  der  Handelsfreiheit  schon  am
L n de  des  17.  Jahrhunderts  und  während  der  ersten  Hälfte  des  18.
^mer  zahlreichere  Schriftsteller  unter  den  Merkantilisten  selbst
& e gen  die  Engherzigkeit  der  Zollvorschriften.  Diese  Schriftsteller
eben  noch  unter  dem  Einflüsse  gewisser  merkantilistischer  Vor-Uiteile,
  aber  man  hat  sie  mit  Recht  „liberale  Merkantilisten“  genannt.
J Penso  wie  in  Frankreich  Boisguillebert  den  Physiokraten  vorausp
  t,  so  bereiten  in  England  Child,  Petty,  Tucker,  Dudley  North,
u *egory  King  einer  liberalen  Politik  im  Außenhandel  die  Wege  vor 3 ).
Neben  Hutcheson  und  Hume  muß  hier  noch  ein  anderer  Schrift-Gier
  genannt  werden:  Bernard  de  Mandeville.  Er  war  kein
e! , a  ionalökonom,  sondern  Philosoph  und  Arzt.  1704  veröffentlichte
Um' 1  lcle * ues  Gedicht,  das  1714  mit  zahlreichen  Zusätzen  unter  dem
öff  :  ”^ ie  Fabel  von  den  Bienen,  oder  private  Laster,
des  6 d  *^ c be  W  oh  11  at  en“,  als  Neudruck  erschien.  Die  Grundidee
d er  Asches  (das  öffentliches  Ärgernis  erregte  und  auf  Anordnung
d ei .  Gerung  beschlagnahmt  wurde)  ist,  daß  die  Zivilisation,  unter
er  den  Reichtum,  die  Künste  und  die  Wissenschaften  ver-:

 )  Volk
')  Dies

erreichtum,  II,  S.  220,  B.  V,  Kap.  I,  3.  Teil,  §  3.

Und  e '  p lese  v olkswirtschaftlichen  Aufsätze  sind  ins  französische  übersetzt  worden
schienen  in  der  Collection  des  principaux  economistes.
hierüber  im  besonderen  das  Werk  von  Schatz  :  L’in  di  vidu  alism  e

3-1  ouuctuoo  ues
^ c °donr^'  ^ er über  im  besonderen  da
lque  et  social,  Paris,  1908.
            
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