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sie aber den inneren Markt und halten folglich auch die Entwick
lung des Kapitalismus auf.
In der Landwirtschaft erhöht das Sinken der Produktivität
sukzessiver Arbeitsaufwände bei Intensivierung des Be
triebes die Grundrente. Je mehr Arbeit die europäische Land
wirtschaft im Verhältnis zu den neuen Ländern aufwendet, ein
um so größerer Teil des Nationalprodukts wird von den Grund
besitzern für sich aufgehoben, ein um so geringerer Teil dagegen
kann als Produktionsmittel in der Landwirtschaft verwendet wer
den, und um so mehr zieht das Kapital vor, sich andere Anlagen
auszusuchen. Selbstverständlich kämpfen die Grundbesitzer immer
energischer gegen die Getreideeinfuhr, obgleich sie immer weniger
die Bedürfnisse der Bevölkerung befriedigen können. Keine Zölle
können aber die Tatsache der niedrigeren Arbeitsproduktivität in der
Landwirtschaft der alten Länder auflieben. So wirkt die landwirt
schaftliche Entwicklung auf die gesamten Produktivkräfte und
speziell auf die Industrie.
III.
Wenn wir die Verteilung der Produktivkräfte in jedem Lande
mit der Entwicklung des Kapitalismus vergleichen, so stoßen wir
überall auf die relative Abnahme der ländlichen und die Zunahme
der in Gewerben, Verkehr und freien Berufen Beschäftigten, wie
aus folgender Tabelle ersichtlich ist. In Prozenten zur Gesamt
bevölkerung waren tätig:
Industrie
und Bergbau
Land
wirtschaft
Handel
u. Verkehr
England
Vereinigte
Staaten
Deutschland
1891
25,3
1890
8,1
1895
16,0
1881
24,5
1880
6,8
1882
14
1891
4,6
1890
14,4
1895
16
1881
5,2
1880
16,0
1882
1^2
1891
4,8
1890
5,3
1895
4,5
1881
3,8
1880
3,7
1882
3,5
Armee,
öff. Dienst,
freie Berufe
1891 1881
3,2 2,5
1890 1880
1,5 1,2
1895 1882
2^ ^3
In den anderen europäischen Ländern geht die Verschiebung
zwischen ländlicher und Industriebevölkerung in gleicher Weise
vor sich: die Industriebevölkerung nimmt auf Kosten der länd
lichen zu.